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Drachen_am_Himmel

Kathera Deftera, Beginn der Fastenzeit

Bei uns war letztes Wochenende auch Karneval, und trotz der geringen Inselgröße gibt es doch einiges an Karnvelveranstaltungen. Jedoch endet er in Griechenland schon am griechischen Rosenmontag, dem „Kathera Deftera“ (übersetzt der saubere Montag), ein gesetzlicher Feiertag. Und damit beginnt auch die griechische Fastenzeit bis Ostern.

In viele Jahren hatten wir Glück mit dem Wetter und konnten auch traditionell bei Picknick und grillen im Freien feiern. Aber ich erinnere mich auch an Jahre, an dem wir den Grillmeister vor dem Regen schützten und Sonnenschirme zu Regenschirme umfunktionierten.  Jedoch hat selbst der stärkste Regen hat der guten Stimmung niemals geschadet.  Auch gestern war uns der Wettergott hold, und wir verbrachten den ganzen Nachmittag draussen.

Begleitet wird das Ganze vom Drachen steigen lassen, ein Highlight natürlich für alle Kinder und auch die meisten Papas 🙂
Das Drachensteigen führt auf die Tradition zurück, die bösen Geister, als auch den Winter zu vertreiben. In einigen Gegenden von Griechenland gilt der Kathera Deftera als auch inoffizieller Frühlingsanfang.
Als die Mädels noch kleiner waren, gab es Tage an denen wir mehrmals losgefahren sind um neue Drachen zu kaufen. Entweder gleich kaputt , oder man hat trotz vieler Ermahnungen die Spule doch losgelassen 🙂

Gegrillt  werden Meeresfrüchte wie Shrimps und Oktopus. Jeder bringt noch Salate und/oder Getränke mit, so dass der Gastgeber nicht ganz so viel Stress hat.

Die Fastenregeln der Kirche sind sehr strikt: Erlaubt ist nur eine vegane Ernährung mit der Ausnahme von Schnecken und Meeresfrüchten, da diese blutfrei sind.
Auch der wichtige Bestandteil der griechischen Küche, das Olivenöl soll in der Fastenzeit drastisch reduziert werden. Alkohol ist selbstverständlich ein Tabu.  Die wenigsten meiner Freunde halten sich streng an die Fastenregeln, aber die Zeit bis Ostern wird zum Anlass genommen, zumindest einige Vorschriften der Kirche umzusetzen. Auch passen sich die Tavernen veganer Kost an.

Wir kochen zwischendurch immer mal wieder vegan. Da ich mich ja schon vegetarisch  ernähre,  gehören wir auch zu der Gruppe, die die Fastenzeit eher locker nehmen. Hier habe ich ein paar leckere griechische vegane Rezepte, eventuell eine nette Anregung zum Nachkochen und einen Vorgeschmack für den nächsten Griechenland Urlaub 🙂

 

 

 

 

 

weiterer verdreckter Pool im Wasserpark in Psaldi

Die Aufreger der Insel, – meine persönlichen Top 3

Über die Schönheiten der Insel habe ich hier ja schon in mehrereren Artikeln berichtet, – aber leider gibt es auf der Insel auch nicht so schöne Dinge zu entdecken: Das Gegenteil  zu meiner Top Ten wäre leider ein bißchen depremierend, so belasse ich es auf meine persönlichen Top 3 Aufreger:

1. In Psalidi, hinter den Hotels Sun Palace, Kipriotis Village und Ramira Beach gelegen,  gab es vor min. 10 Jahren einen Wasserpark, der aber nach recht schnell wieder geschlossen wurde. Wenn ich mich richtig erinnere wurde er damals ohne Baugenehmigung gebaut,  da er direkt an dem Naturschutzgebiet liegt.  Seitdem rottet er vor sich hin. Die leeren Becken sind seit damals ungesichert, fast ein Wunder, dass sich in all den Jahren niemand ernsthaft verletzt hat.

Die dafür gebauten Gebäude sowie sanitäre Anlagen, Umkleidekabinen,
Snack Bars etc. sind in einem desolatem Zustand. Ein Mischmasch aus zerbrochenen Glasscheiben, vermodertem Baumaterial und Müll liegen in dem doch recht weitläufigen Areal verstreut.

Auch gab es damals einen schönen angelegten Weg um den Salzsee, als auch Aussichtsplattformen zum Beobachten der vielfältigen Vogelwelt. Leider sind viele Abschnitte des Weges inzwischen aufgrund mangelender Pflege zugewuchert und nicht mehr passierbar.
Aber: es überwintern immer noch einige Flamingos, und nach wie vor gibt es dort eine viele verschiedene Vogelarten. Und eine wunderschöne Natur. Leider nur ein kleines Trostpflaster-

Der Wasserpark wurde schon vor der Krise geschlossen und ist somit ist der unveränderte Zustand auch damit nicht zu entschuldigen. Somit ein verdienter Platz in meiner Top 3.

2. Ein weiteres Manko sind die vielen leeren Gebäude. die entweder nicht fertig gebaut wurden und  seit Jahren nun als Betongerüst vor sich hin rotten, oder aber verlassene Geschäfte und Hotels, die zerfallen.

Die Wirtschaftskrise hat natürlich dazu beigetragen, dass sich das Bild in den letzten Jahren noch drastisch verschlimmert hat. Leider stehen keine finanziellen Mittel zur Sanierung zur Verfügung. Aufgrund der geringen Größe sind viele der Gebäude natürlich sichtbar. Die Hauptverkehrsstrasse die vom Flughafen in die Stadt führt, hinterlässt bei den meisten Touristen auf dem Transfer ins Hotels ein eher trostlosen Eindruck  🙁  Aber für alle Neulinge: Abseits dieser Strasse bietet Kos viele schöne Facetten.

3. Die Mülldeponie vor Antimahia:

Die Deponie nur mit einem Maschendrahtzaun gesichert, der Duft in den Sommermonaten unerträglich, – die Umgebung voll mit verwehtem Plastik,- und Papiermüll. Diesen Winter sollte eigentlich einen Schutz um die Deponie errichtet werden, so dass bei starkem Wind der Müll vor dem Wegfliegen geschützt ist. Leider ist bis dato noch nichts passiert.

Da die Insel fast ausschließlich vom Tourismus lebt, steht der Müll der hier produziert wird in keiner Relation zur Größe der Insel: mehr als 200 Hotels, viele Tavernen und Geschäfte erzeugen natürlich unbeschreiblich viel davon.  Daher sollte meiner Meinung nach die Müllhalde so geschützt werden,  dass nicht die gesamte umliegende Landschaft davon in Mitleidenschaft gezogen wird.
Wo wir schon übergangslos beim  nächsten Thema sind:
Man findet überall auf der Insel Müll: von achtlos weggeworfenem Plastikbecher oder Flaschen, Patronenhülsen von der Vogeljagd, entsorgter Hausrat von Waschmaschinen, Fahrzeugen bis Matratzen…… Da fällt einem kaum noch etwas ein!!

Wie bei allen Südländern entwickelt sich das Umweltbewußtsein der Griechen sehr langsam. Jedoch ist Kos ja recht klein und hat wenig Einwohner. Für mein Verständnis könnte man es mit Geldstrafen für Umweltsünder schnell lösen?! Aber auch hier wacht man langsam auf:
Seit Januar diesen Jahres muss man auch hier für Plastiktüten in allen  Geschäften bezahlen. Momentan ist es so, dass die Griechen lieber noch bezahlen als selbst ihre Taschen mitzubringen, aber auch das wird sich irgendwann ändern.
Achja, für mich sind alle aufgeführten Punkte gleich schlimm, also kein Ranking in meinen Top 3 😉 mit der Hoffung auf baldige Besserung 🙂

 

 

Tierschutzvereine auf Kos im Winter

Wie viele von euch wissen, wird ja Tierschutz in südlichen Ländern nicht gerade großgeschrieben, so leider auch nicht auf Kos. Im Sommer werden viele Tiere von den Touristen in den Hotels oder Tavernen versorgt, im Winter haben jedoch (fast)alle Hotels geschlossen und nur wenige Restaurants sind geöffnet – davon wiederum versorgt  nur ein Bruchteil die Tiere im Winter.
Wir haben hier auf der Insel drei Vereine, die sich ohne jegliche Unterstützung von der Gemeinde oder Staat finanzieren und somit auf Spenden angewiesen sind.
Bei „Kittys of Kefalos“ handelt es sich um ein englisches Ehepaar, Michaela und Kelvin, das seit 2003 auf der Insel ist. In ihrer neuen Heimat stellten sie schnell fest, dass sich niemand um die vielen streunenden, und besonders um die kranken Katzen kümmert, was sie fortan soweit wie möglich übernahmen. Als es immer mehr Miezen wurden und sich ihr Engagement herumsprach, gründeten sie schließlich den Tierchutzverein „Kittys von Kefalos“. Momentan befinden sich 85 Katzen in der Obhut von Michaela und Kelvin. 20 weitere werden im Dorf versorgt.

Vangelis von ZOEK- Friends of the Animals Kos  kenne ich schon ewig, seine Kinder (beide inzwischen erwachsen) schon seit Kindesbeinen.
Er war der Erste auf der Insel, der sich intensiv für die Tiere, als auch für die Umwelt einsetzte und unermüdlich versuchte Tierquäler und Umweltsünder auch vor dem Gesetz zu bestrafen und hat damit auch einiges zum Positiven auf der Insel bewegt. Mit seiner jetzigen Ehefrau Sandra beherbergt er momentan ca. 40 Katzen und 32 Hunde Zudem kümmern sich einige Mitglieder regelmässig um ca. 150 Katzen in Kos.

Über ARK habe ich ja schon einen ausführlichen Artikel geschrieben, – auch diesen Sommer waren die drei ständig unterwegs im Namen der Tiere unterwegs und haben im Normalfall um die 80 Hunde und diverse Katzen.

Nachdem ich beruflich ja immer sehr viel mit Touristen zu tun habe, war es oft ein Thema, dass viele gerne finanziell unterstützen würden, allerdings haben einige Angst, dass Geldspenden nicht an der richtigen Stelle ankommen. Verständlicherweise, – auch ich habe bei großen Organisationen Bedenken, ob das gespendete Geld wirklich da ankommt wo es gebraucht wird. Somit kam ich auf Idee, die Tierschutzvereine mit einem Spendenaufruf für Futter zu unterstützen.
Ich habe mich nun in den letzten Monaten  mit einigen anderen ausländischen Tierschutzgruppen in Verbindung gesetzt bzw. mit deren Unterstützer, Futterlieferanten und Speditionen.
Auch schrieb ich verschiedene online Händler an, wie zoofast, zooplus,  zooroyal, Fressnapf- also eigentlich alle, die ich im Internet finden konnte und bat um Ideen und Unterstützung. Leider Fehlanzeige. Meine Idee, die Bestellungen in der Zentrale des jeweiligen Händlers für ein paar Wochen zu sammeln und dann versandkostengünstig nach Kos zu senden, kann man leider nicht umzusetzen.  Speditionen sind schlichtweg zu teuer.
Jedoch ist der Online Handel zooplus in vielen Ländern vertreten und hat sehr günstige Versandkosten (ab 59€ sogar kostenlos). Die Zentrale des Onlineportals sitzt in München und somit wird die Bestellung von Deutschland zuverlässig mit DHL geliefert.
Per E-mail wird man über den Versand informiert und kann seine Bestellung online verfolgen. Die Lieferung dauert ca. 2 Wochen.
Die Seite zooplus.gr ist auf griechisch, jedoch genauso aufgebaut wie die deutsche Seite, zooplus.de.
Wenn man die beiden Seiten parallel auf dem Bildschirm geöffnet hat, kann man die deutsche Seite als Vorlage nehmen und auf der griechischen Seite bestellen.
Für Firefox  als auch für Google Chrome gibt es auch den jeweiligen Add-on zum automatischen Übersetzen von Webseiten.
Ihr dürft natürlich bestellen, was Ihr möchtet, aber ich hab euch hier schon die Links für die günstigsten Trockenfutter Varianten rauskopiert.
für Hunde DogMio.
Für Katzen PittiCats.
Bei der Menge der Tiere, die versorgt werden müssen, ist Trockenfutter sinnvoller als Nassfutter und auch kostengünstiger. Viele Tiere von der Straße sind auch kein Nassfutter gewöhnt und reagieren darauf mit Unwohlsein, Magenbeschwerden und Durchfall.
Ich würde gerne den Zeitraum der Bestellungen auf zwei Wochen  begrenzen, und dann natürlich die Futterspenden zu einem gleichen Anteil an die Vereine verteilen.
Ich möchte euch nur bitten, mir bitte die von zooplus zugesandte E-mail mit der Verfolgungsnummer an mich weiterzuleiten, so dass ich kontrollieren kann, und keine Ware verloren geht.
Es gibt auf der Insel viele freiwillige Helfer, die die Vereine unterstützen- auch die werden mit Absprache der Vereine mit Futter unterstützt.
Natürlich könnt ihr die Vereine bei eurem Kos Urlaub jederzeit besuchen und euch von deren Arbeit überzeugen.
Zudem freuen sie sich immer über Touristen, die sich als Flugpaten zur Verfügung stellen. (genaues dazu auch im Artikel über ARK)
An dieser Stelle auch nochmals die Bitte, wenn ihr hier Vorort helfen möchtet, dann bitte nur in Verbindung mit den drei lokalen Vereinen. Sie leben hier Sommer wie Winter, gönnen sich keinen freien Tag und wissen am besten, wo Hilfe benötigt wird.
Viele „Teilzeitorganisationen“, die also nur immer begrenzt auf der Insel sind und sich dann engagieren, neigen dazu, Berichte und Situationen übertrieben darzustellen, um so mehr Mitleid und Spenden zu erreichen.
Angemessene, freundliche Nachfragen werden nicht beantwortet, sondern man wird blockiert und die Kommentare/Fragen umgehend gelöscht.
Nicht unbedingt die feine englische Art 🙂

Nun braucht ihr zum fröhlichen Bestellen nur noch die Lieferadresse:
Anja Polanz
Tsoukalaria 1
85300 Kos
Tel.: 6944549 885 (bitte angeben, so dass ich informiert werde und die Lieferung bei der Spedition abholen kann)
E-mail für die Verfolgungsnummer von zooplus:

info@kosblogger.de, gerne auch als Nachricht  über die Kosblogger Facebookseite oder über das Kontaktformular hier im Blog.
Selbstverständlich werde ich euch über den Erfolg der Aktion informieren.
Jede noch so kleine Spende wird gerne angenommen! 🙂 Wäre klasse, wenn die Aktion ein großer Erfolg wird!

Die griechisch-orthodoxe Taufe

Bei Paulina im Goldbird Workshop hatte ich ja schon das Taufgeschenk gekauft, hier nun ein kleiner Beitrag zur Festlichkeit.
Man benötige im Vorfeld:

  • 1 Kind
  • 1 griechische Schwiegermutter, die auf einer griechischen Taufe besteht.

In Griechenland bekommen die Kinder nicht bei der Geburt ihren Namen, sondern erst nach der Taufe. Bis dahin werden die Kinder nicht mit dem Namen angesprochen, sondern nur mit Kosenamen wie Liebling, Baby oder ähnlichem. Deswegen wurden meine Kinder schon als sie ganz klein waren getauft.  😉
Sehr gewöhnungsbedürftig, da man sich doch in Deutschland bereits mit der Geburt für den Kindesnamen entscheidet.
Hier kenne ich Kinder, die die ersten Lebensjahre ausschließlich mit Kosenamen gerufen wurden und ich immer etwas irritiert war, wenn mir die Eltern ihrer schon sprechenden und laufenden Kinder erzählten, sie wüssten noch nicht, wie sie ihr Kind nennen werden.
Die traditionelle Namensgebung erfolgt entweder nach den Großeltern oder auch nach vestorbenen Familienmitgliedern. Deswegen gibt es in Griechenland auch soviele gleiche Namen. Falls man sich nicht der Tradition beugt, benötigt man zumindest einen griechischen Namenspatron.
Meine Tochter Melina heißt Melina Sofie, getauft auf Sophia, und Emily Zoe wurde auf Emilia getauft.

Für die Zeremonie wird benötigt:

  • 1 Kirche
  • 1 Pfarrer
  • Deko für die Kirche
  • eine Goldkette mit einem Kreuz für den Täufling
  • Tauföl
  • Taufkerze
  •  ein komplett neues Outfit für das Baby nach der Taufe, inkl. Unterwäsche, Handtuch, Kopfbedeckung und Schuhen
  • 1 Kiste, indem das Outfit aufbewahrt wird und die weiteren benötigten Utensilien aufbewahrt werden.

Nicht alle Pfarrer taufen Kinder unverheirateter Paare, oder auch  wenn nicht beide Elternteile griechisch- orthodox getauft sind.
Alle Kosten die mit dem Täufling zu tun haben, werden von den Taufpaten übernommen. Nachdem die Taufe in Griechenland fast so einen hohen Stellenwert hat wie die Hochzeit, gibt es natürlich  Spezialgeschäfte für sämtliche zu tätigenden Anschaffungen, wo es einem schnell schwindelig wird bei den Kosten einer banalen Taufkerze, mit erhöhtem Blutdruck oder sogar Ohnmacht zu rechnen ist, bei den Preisen des Outfits.
Durch die enormen Kosten geht der ursprüngliche Sinn einer Patenschaft leider verloren. Freunde oder Verwandte würden die Patenschaft ja gerne übernehmen, können sich aber die Kosten für die Taufe nicht leisten und lehnen somit die Patenschaft ab. In den letzten Jahren hat sich es etwas gelockert, und man kann auch Taufen kostengünstiger feiern, jedoch liegt das am Ende in den Händen der griechischen Schwiegermutter, die meist doch traditionell und opulent feiern möchte  😉

Während der Taufe sind folgende Darsteller answesend:

  • ein brüllendes Baby
  • eine völlig aufgelöste Mutter des Täuflings
  • Vater des Täuflings, erkennbar an stolzgeschwellter Brust.
  • überforderte und aufgeregteTaufpaten
  • sehr stolze und hektische Schwiegermutter
  • Statisten, – viele Menschen, die man überhaupt nicht kennt.

Vor der Zeremonie wird das Taufkind an seine Paten übergeben und die Mutter bekommt ihn/sie erst nach der Zeremonie wieder zurück.
Diese besteht aus viel Weihrauch, Sprechgesang, Gebeten der Paten und der Predigt des Pfarrers. Die Dauer ist auch hier recht unterschiedlich, bei meinen Kindern dauerte es gefühlte Tage, bei der Taufe meiner Freundin ca. eine halbe Stunde. Das Kind wird dreimal komplett im Tauchbecken untergetaucht, aber auch da haben einige  Pfarrer inzwischen Mitleid mit den kleinen Würmchen und bedecken das Köpfchen nur mit Weihwasser. Der Protest der Täuflinge reicht von kläglichem Wimmern, geht aber spätestens beim dritten Untertauchen, in lautes Gebrüll über. Die Blicke der Mütter töten ab diesem Zeitpunkt abwechselnd die Schwiegermutter, den Pfarrer und den Vater des Taufkinds. Griechische Mamas sind da erfahrungsgemäß etwas entspannter, aber bei uns Nordeuropäerinnen hat ja die Religion meist nicht so einen hohen Stellenwert und somit sind wir auch diesbezüglich sehr leidensfähig. Danach wird das glitschige, ölige und brüllende  Etwas in sein neues Outfit gesteckt und dann wieder der (erleichterten) Mutter übergeben.

Die Gäste bekommen alle eine Bonbonniere, kleine Säckchen mit Taufmandeln, manchmal ist daran noch ein kleines Geschenk wie ein Anhänger oder Ähnliches befestigt. Die Mandeln stehen mit ihrem bitteren Geschmack als Symbol für das Leben mit allen Höhen und Tiefen, die süße Glasur steht für den Wunsch, dass das Leben mehr von Glück und Freude geprägt wird. Die Kosten dafür, als auch für das nach der Taufe folgende Essen mit Familie und Freunden (meist in einer Taverne) werden von den Taufeltern übernommen.
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Nach der Taufe:

  • ein meist erschöpftes Baby
  • völlig entspannte Taufeltern und Paten
  • sehr, sehr stolze Schwiegermutter
  • Freunde und Familie, die ausgelassen feiern.

Das ölbedeckte Baby darf dem Glauben nach  drei Tage nicht gebadet werden, erst dann soll das Kind von den Paten im Meer gewaschen werden. Meine Schwiegermutter hat das Baden damals übernommen und dann das Badewasser ins Meer geschüttet und die Windel verbrannt.
Nach der Taufe muss auch der Pate oder die Paten drei Mal sonntags mit dem Taufkind in die Kirche zur Segnung. Dabei muss natürlich die neue Goldkette mit Kreuz passend zum neuen Strampler getragen werden.
Aber dann hat man die Prozedur endlich überstanden.
Rückblickend ist es nicht mehr soo schlimm,  und jedes Kind hat bis jetzt die Taufe ohne Traumata im weiteren Leben überstanden, aber man kann entspannter Feste feiern 😉

 

 

Bio Wein Petra Marinou

Die Weine der Petra Marinou Kelterei habe ich zwar in verschiedenen Restaurants auf der Karte entdeckt, auch auf Googlemaps gefunden, aber trotz intensiven Gucken auf meinem täglichen Arbeitsweg nie irgendwo ein Hinweisschild oder ähnliches entdeckt.
Klar war mir lediglich, die Kelterei befindet sich auf der Hauptstraße nach der Olivenfabrik Hatzipetros und vor der Abzweigung nach Pyli. Nachdem wir telefonisch einen Termin zur Weinprobe vereinbart hatten, irrte ich mit Freunden wieder die Hauptstraße hoch und runter. Eine nette griechische Omi hatte dann doch etwas Mitleid mit uns und hat uns weitergeholfen, (sonst würden wir heute noch suchen…).  Von Kos kommend, nach der Olivenölfabrik Hatzipetros befindet sich das Weingut im Untergeschoss der Eko Tankstelle auf der rechten Seite. Beginnend im Jahr 2015, betreibt dort Dimitris mit seiner Familie die Kelterei.  Sie besitzen zwar schon seit vielen Jahren Weinberge in Pyli und Linopotis und haben sich somit auch schon mit Weinproduktion beschäftigt, allerdings nur als Hobby. Diese langjährige Erfahrung macht sich die Familie jetzt zu nutze und produziert Bio Wein. Nach Auskunft von Dimitris sind die klimatischen Bedingungen von Kos perfekt, dazu kommt  wenig Befall von Schädlingen und Pilzen, die im Ernstfall traditionell mit Kupfer und Schwefel bekämpft werden. Das kleine Weingut ist mit liebevollen Details dekoriert, das Anwesen der Familie Marinou beläuft sich auf 8.000 Hektar und es werden im Jahr 10.000 Flaschen für den lokalen Markt produziert.

Wie auch schon im Bio Weingut Mesariano wird der Wein vor Verkauf lange gelagert:
Sechs Monate im Fass und danach noch ein Jahr in der Flasche.

Leider konnten wir nicht alle Sorten verköstigen, sondern nur den Assyrtiko-Linopoti und den Syrah-Harmilos  (beide sehr geschmackvoll und fruchtig) , da alle Flaschen der Saison 2015 restlos ausverkauft waren. Für uns einen  guten Grund nochmals wiederzukommen 😉

Weißwein_Marinou_Weingut

Okölogischer Weinanbau ist nicht nur besser für die Natur, auch als Konsument tut man sich was Gutes: Viele behaupten ja, dass jeden Tag ein Glas Rotwein generell sehr gesund sein soll, aber Öko Weine sind sogar noch besser:
Für Allergien ist oft der  Histaminanteil verantwortlich, der bei Bio Weinen allerdings deutlich geringer ist, dafür aber der Anteil an den gesundheitsfördernden Polyphenolen umso höher. Heißt für mich ganz klar von Bio Wein kann man zwei Gläser täglich trinken und wird 100 Jahre alt 😉

Weihnachten und Silvester auf Kos

Für die Griechen ist Ostern definitiv das wichtigere Fest, für mich ist es allerdings Weihnachten.
An sonstigen  Feier- und Festtagen im Jahr müssen wir meistens arbeiten und so genießen wir Weihnachten im Kreise der Familie umso mehr.
Wir feiern Weihnachten immer aus einem Mischmasch von deutschem und griechischem Kulturgut. Als die Kinder noch nicht schulpflichtig waren, haben wir Weihnachten immer in Deutschland bei meinen Eltern verbracht. Sie sind somit auch mit den deutschen Traditionen groß geworden und das haben wir dann auf Kos weitergeführt.
Früher haben wir in der Vorweihnachtszeit  auch immer ganz fleißig Plätzchen und Kekse gebacken, die griechische Familie „Melomakarona“ (Gebäck mit Honigsirup) und diese selbstgebackenen Köstlichkeiten haben wir dann in der Familie und Freunden ausgetauscht. Und natürlich haben wir in der Adventszeit viel gebastelt.

Nachdem ich aber nun die letzten Jahre die Wochen vor Weihnachten immer in Deutschland verbringe, die Kids das alles nicht mehr soooo spannend finden, haben wir schon lange nicht mehr gebacken – nur basteln findet zumindest meine jüngere Tochter noch akzeptabel.
In den meisten Familien hier wird der Weihnachnachtsbaum schon Wochen vorher aufgestellt, bei uns immer erst am Heiligabend.

Christbaum

Morgens gehen die Kids von Haus zu Haus und singen die „Kalanda“, –  traditionelle Weihnachts- und Neujahrslieder. Die Gesangskünste begleitet von einer Triangel (meist recht unrhythmisch), werden mit Geld belohnt. Ich bin aber davon überzeugt, dass oft dafür bezahlt wird, dass die Kids mit Singen aufhören 😉
Nachmittags schmückten wir dann  gemeinsam den Christbaum.
Abends gibt es dann was Leckeres zu essen, danach dann Bescherung. Obwohl ich immer erst an Heiligabend wieder nach Hause komme,  ist Weihnachten bei uns immer sehr entspannt.
Das Essen bereite ich immer vor meinem Deutschlandbesuch zu (meistens Semmelknödel und für die Fleischesser in der Familie, die dementsprechenende Beilage und natürlich viel Soße), und wird eingefroren. Deutsche Organisation ist alles 😉 Die Geschenke für alle sind im Handgepäck, besonders früher wäre es tragisch für die Mädels gewesen, wenn der Koffer nicht angekommen wäre, somit bewache ich auch heute noch meinen Trolley mit Adleraugen.
Ich bin immer froh, dass ich an Weihanchten nicht mehr der Hektik ausgesetzt bin, Besorgungen machen zu müssen, immerhin muss ich fliegen und in Athen immer den Anschlussflug erwischen. Bis jetzt hat es Gott sei Dank immer geklappt.
Dieses Jahr war Weihnachten für uns umso schöner, da Melina ja nun seit September in Deutschland lebt, aber Weihnachten natürlich mit uns zusammen verbringt und wir gemeinsam von Deutschland nach Kos geflogen sind.
Die Weihnachtsfeiertage stehen auch hier in Griechenland auch im Zeichen der Familie, es wird gemeinsam gefeiert, gegessen und getrunken. Restaurants und Cafés sind brechend voll.
Nach den Feiertagen sind die Geschäfte gut besucht, da die griechische Bescherung an  Silvester stattfindet und auch hier (ganz mentalitätsgetreu) alles in letzter Minute erledigt wird, und fast jeder noch Geschenke für seine Lieben sucht. Für meine Mädels ist es natürlich traumhaft in so kurzer Zeit zweimal beschenkt zu werden. Auch am 31.12 waren die Kids die letzten Jahre morgens mit Ihren Freunden unterwegs zum „Kandala“ singen.  Der Silvester Abend wird oft Kreise der Familie und Freunden gefeiert, anders als in Deutschland haben viele Lokalitäten geschlossen, Bars öffnen erst nach Mitternacht.
Eine Tradition ist das Anschneiden der Vasilopita, ein Hefezopf ähnliches Gebäck,  in dem eine Goldmünze eingebacken wird.  Derjenige, der sie in sie in seinem Kuchenstück findet, hat dem Glauben nach viel Glück im neuen Jahr. Viele gehen dann noch nach Mitternacht in die Bars um ausgiebig zu feiern.
Ich bin hingegen ein Silvestermuffel und froh, wenn ich nach Mitternacht dann ins Bett darf 😉
Ich wünsche euch allen einen tollen Silvester Abend, feiert schön, einen guten Rutsch und alles Glück der Welt für 2018.

 

goldBird WorkshoP

Ich habe ja eine  ganz besondere Beziehung zu Kardamena:
Meine 1. Saison als Reiseleitung auf der Insel im Jahre 1993 wohnte ich in Antimahia und betreute die Hotels in Kardamena mit Mofa. Beide Strandausläufer vom Norida Hotel bis zum Lakitira düste ich,mit Hund und dauergewelltem Haar im Wind :),  die Küstenstraße entlang und traf mich abends mit Freunden in Kardamena.
Mofa
Somit ist mir der Ort sehr vertraut, und ich fand ihn nie so wirklich sooo schlimm, wie manch anderer Kos Liebhaber.
Und in den letzten Jahren hat sich Kardamena von der englischen Hochburg zum internationalen Ferienort gewandelt und es hat sich vieles zum Positiven geändert.  Die  Einwohner kümmern sich sehr um ihr kleines Dörfchen: Aufräumaktionen und Strandreinigung sind für die Einwohner im Winter eine Selbstverständlichkeit, und obwohl von der Gemeinde kein Geld zur Verfügung gestellt wird, haben sie die leerstehende Gebäude in Eigeninitiative gestrichen und somit ansehnlicher zu gestalten.
Auch finde ich das Angebot in den Geschäften weitaus abwechslungsreicher  als in Kos Stadt. Oft findet man in Kardamena Dinge,  die sonst nirgends auf der Insel angeboten werden. So wurde ich auch auf Paulina aufmerksam, die auch schon seit vielen Jahren auf der Insel lebt.  Die Garden Bar in Kardamena gibt es schon seit vielen Jahren und erfreut sich bei  Touristen als auch den Einheimischen großer Beliebtheit.

Paulina hat sozusagen vor vielen Jahren in die Gardenbar „eingeheiratet“ , zwei schulpflichtige Söhne und  dieses Jahr die alte Küche im Hintergarten zu einem Atelier umfunktioniert und sich mit  ihrem Workshop einen lang gehegten Traum verwirklicht.

Obwohl das Atelier nicht riesig ist, kam ich aus dem Gucken und Staunen gar nicht mehr raus.  Aus Buntglasscherben kreiert Paulina wunderschöne Deko und auch Schmuck. Durch Schriftzüge aus Metall werden ihre Kreationen zu einem Unikat.
Man kann auch selbst gesammelte „Strandschätze“ wie Steine oder ausgewaschene Glasscherben  zu Paulina bringen, die dann die Fundstücke nach eigenen Wünschen  zu etwas Besonderem verarbeitet. Ich bin für selbst Gemachtes sehr zu begeistern und kannte die Kombi von Buntglas und Metall überhaupt nicht. Somit war ich umso mehr fasziniert :).

Ich habe für meine Freundin für die anstehende Taufe ihrer Tochter einen Engel  mit dem Namenszug der kleinen Prinzessin gekauft.  Aber auch für andere Festlichkeiten gibt es jede Menge Möglichkeiten sich etwas Persönliches im Workshop gestalten zu lassen.

Paulina ist zudem sehr sympathisch und wir haben uns gewundert, dass man sich trotz gemeinsamen Bekannten in all den Jahren sich noch nicht begegnet ist.
Aber nun kennt man sich ja und der gemeinsame Kaffee in den Wintermonaten ist schon geplant.
Ich freue mich darauf 🙂

Saisonende

Nun ist es wieder so weit, die Saison ist zu Ende – für mich zumindest – die letzten Charterflüge verlassen am 06.11 die Insel.  Und somit sind danach auch alle Hotels (bis auf wenige Ausnahmen in Kos Stadt) geschlossen. Mich wundert es jedes Jahr auf  ein Neues, dass viele Gäste nicht wissen, dass die meisten griechischen Inseln eine reine Sommerdestination sind und z.B. Kos mit Direktflügen  nur bis Ende Oktober/Anfang November zu erreichen ist.

Im Winter gibt es nur Verbindungen mit Zwischenstopp in Athen. Von da aus geht es dann je nach Wochentag 2-3 mal täglich weiter nach Kos. Durch lange Wartezeiten am Athener  Flughafen bis zum Weiterflug nach Kos ist man dann gerne mal 12 Stunden unterwegs,  bis man von der Keksinsel runter bzw. wieder rauf ist.
Schon ab ca. 20. Oktober wird es ruhiger auf der Insel und die ersten Tavernen, Geschäfte, Cafés und Hotels schließen bereits.  Auch Ausflüge in die Türkei oder umliegenden Inseln finden oft nicht mehr statt.  In der letzten Oktoberwoche laufen auch viele Hotels nur noch auf Sparflamme:
Die Hotels sind meist nicht mehr voll ausgelastet und einige Einrichtungen werden schon geschlossen, das Animationsprogramm findet aufgrund von mangelnder Teilnahme oder schlechten Wetterbedingungen gar nicht mehr statt.
Je nach Größe des Hotels wird evtl. die ein oder andere Hotelbar schon geschlossen, im Mini Club sind kaum noch Kinder und der Pool ist aufgrund des Wetters kalt und am Strand werden schon einige Liegen eingepackt. Viele kleine Hotels schließen schon Anfang/Mitte Oktober und buchen die Gäste dann direkt vor Ort in andere Unterkünfte um. Eine Nachfrage vor Abflug im gebuchten Hotel bezüglich der Schliessung erspart somit oft eine Enttäuschung.
Einen perfekten Badeurlaub kann man im Oktober nicht mehr garantieren.
Der Wind ist oft recht kühl und somit auch der Pool und auch das Meer ziemlich kalt. Besonders in Regionen, wo das Meer stark abfällt wie in Kos Stadt, Kefalos oder Kardamena. In Tigaki, Marmari und Mastihari ist es jedoch flach abfallend und somit wärmer.
Falls man wirklich eine Wettergarantie haben möchte, und alle Leistungen, die im Katalog ausgeschrieben sind, in Anspruch nehmen möchte, dann bitte nicht Ende der Saison anreisen.
Auf Kos hat leider auch kaum Möglichkeiten bei Regen etwas zu unternehmen.  Die ganze Insel ist eine Outdoor Destination. Aber Tavernen, in denen man sich stundenlang aufhalten kann,  gibt es natürlich auch an Regentagen 😉
Regenfälle müssen hier nicht über Tage anhalten, häufig ist es nur  ein Schauer von wenigen Minuten oder auch Stunden, aber Nieselregen gibt es nicht, – wenn es regnet dann richtig. Oft auch noch mit Windböen, was die Sache natürlich noch etwas unangenehmer macht,  Hilfsmittel wie Regenschirme werden völlig unnütz.
Wer aber gerne wandert, oder sich auch mal an einem Regentag beschäftigen kann,  für den kann auch ein Urlaub  Ende Oktober noch sehr reizvoll sein, man erlebt die Insel fast als Einheimischer und die Preise für Flüge und Unterkünfte sind in den letzten Tagen der Saison oft sehr günstig.
Für viele Gäste ist es unvorstellbar, dass die gesamte Altstadt in Kos Stadt geschlossen ist, keine Geschäfte in Tigaki, Marmari oder auch Kardamena geöffnet haben.

Selbst für mich ist es immer wieder verwunderlich, wie viel doch auf der Insel einzig und allein vom Tourismus lebt, und stehe dann auch selbst  des Öfteren vor einem geschlossenen Geschäft. Jedoch ist der Sommer mehr als anstrengend:
Fast alle arbeiten 7 Tage die Woche, oft mehr als 12 Stunden täglich, daher ist die Ruhezeit im Winter definitiv notwendig und auch verdient.

Auch für uns Einheimische immer seltsam, wenn der letzte Charterflug die Insel verlässt, und es schlagartig mehr als beschaulich auf der Insel wird: Keine Mitwagen mehr auf der Straße, kaum Verkehr und die Ampeln werden abgeschaltet.
Eins ändert sich jedoch nicht: Ich könnte schwören, dass im Winter viele Autofahrer auf der Straße sind, die sich im Sommer aufgrund des Verkehrsaufkommens nicht trauen, – dementsprechend sind auch die Fahrkünste,  und ich sitze wie im Sommer fluchend hinter dem Lenkrad.
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Im Oktober als auch im November gibt es aber immer noch Tage voll Sonnenschein und ich gehe nach dem Saisonende direkt in den Wohnungsgroßputz über, zudem stehen ausgedehnte Strandspaziergänge mit den Hunden an.
Im Winter sind einige Restaurants und Cafés geöffnet, und natürlich auch die Supermärkte und viele Minimärkte, aber im Vergleich zum Sommer ist hier der Hund begraben.
Bei uns sinkt im Winter  das Thermometer zeitweise auf 0 Grad und in Zia kann man dann auch zentimetergroße Schneemänner bauen.
Der Wind ist im Winter oft sehr kalt, dass einem die Temperaturen in Deutschland fast mild vorkommen, jedoch beschränken sich die Tiefstemperaturen meist nur auf einen kurzen Zeitraum.
Ich hoffe im November noch auf ein paar sonnige Tage, so dass ich euch noch etwas eifersüchtig machen kann und selbst ein paar Sonnenstrahlen genießen kann. 🙂
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Imkerei Melissa

Richtung Kefalos gibt es seit 2009 die Imkerei Melissa, geführt von Dionisia und ihrer Familie. Der Name Melissa ist übrigens griechisch und heißt passenderweise Biene und Meli ist der Honig 🙂
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Ihr Vater begann 1947 mit ganzen 2 Bienenstöcken – heute sind es 650, die auf Kos und den Nachbarinseln angesiedelt sind. Dionisia legt sehr viel Wert darauf, dass die Körbe so weit wie möglich in der unberührten Natur stehen, und somit die Pflanzen der Umgebung nicht mit Pestiziden oder ähnlichen Schadstoffen belastet sind.
Honig kennt man ja schon von Kindesbeinen, hat schon viele Bienenstöcke in seinem Leben gesehen, wurde von der einen oder anderen sogar gestochen und man weiß, dass Bienen sehr wichtig sind. Aber wie entsteht eigentlich der Honig?
Hier eine kleine Honigkunde:
Die Bienen sind ortsgebunden und bleiben am gleichen Ort, solange sie dort genügend Nahrung finden und sind auch blütentreu, d.  h. sie wechseln die Blütenart erst, wenn sie die andere abgearbeitet haben.
Im Bienenstock übergibt die Biene den Nektar an die Stockbiene und bei der mehrfachen Übergabe von Bienchen zu Bienchen gibt sie körpereigene Stoffe ab, wie
z. B. Eiweiße und Enzyme, die den Nektar haltbarer machen und die Bildung von Bakterien vermeiden.
Danach entziehen die Bienen dem Nektar das Wasser, indem sie den Nektar auspressen und wieder aufsaugen. Danach wird geföhnt 😉  Mit den Flügeln fächern die fleißigen Tierchen die Feuchtigkeit aus dem Bienenstock. Der Nektar wird in Wabenzellen gelagert und erst wenn die Biene die Wabe mit einem Wachsdeckelchen versieht und somit luftdicht verschlossen ist, weiß der Imker, dass der Honig fertig ist.  Eine Biene lebt nur ca. 4 Wochen lang und produziert in ihrem Leben gerade mal einen Löffel Honig.

In der Imkerei erhitzt eine Maschine die Wabenplatte auf ca. 40 Grad und löst somit den Honig aus der Platte. Danach wird der Honig geschleudert und noch 2 Wochen in Stahltanks gelagert. Dort steigen während der Lagerung die letzten Wachsreste nach oben während der Honig sich unten absetzt.

Aber man weiß ja nicht, was für einen Honig nun die Bienchen gesammelt haben.
Dazu wird er ins Labor geschickt und auf seine  Bestandteile und somit auch Qualität überprüft.
Die Abfüllung des Honigs wird auch von der Familie erledigt, ganz nach dem Motto der Bienen:
„Nur das Miteinander führt zum Erfolg“ wie mir Dionisia augenzwinkernd erklärt.
Die Bienchen hier produzieren Tymian-, Heiden- und Waldhonig.
Honig ist sehr gesund und man sagt ihm viele heilende Kräfte nach. Er steckt voller Vitamine und Mineralien und schützt vor Bakterien, lindert das Risiko eines Herzinfarkts, hilft bei Verdauungsstörungen und Hauterkrankungen.
Zudem ist er ein perfektes Detox Mittel:
Ein Glas Wasser mit Zitrone und Honig entgiftet die Leber und baut zusätzlich Schadstoffe und Fett ab.
Die verschiedenen Honigsorten sollen wiederum ihre ganz eigenen Heilkräfte haben:
Heidehonig soll gut für Arthrose, Rheuma und Blasenerkrankungen sein.
Tymianhonig hilft bei Husten und Darmbeschwerden. Angeblich haben schon die alten Griechen Tymianhonig als Hustenstiller eingesetzt.
Waldhonig hilft besonders gut bei Erkältungen.

Bei mir gibt es eher selten das klassische Honigbrötchen, eher die griechische Variante: Yoghurt mit Honig, und natürlich im Winter Tee mit Honig.

Außerdem Honig gibt es bei Melissa im Sortiment:
Bienensalbe, Bienenwachskerzen, Seife, Salbe und Raki mit Honig versetzt. Ein sehr leckeres Schnäpschen, schmeckt ein bißchen wie Weihnachten. Hilft bei Erkältungen, und kann auch warm getrunken werden.
Ich bin ja ein großer Fan von Bienensalbe, gibt es in Deutschland im Reformhaus oder eben direkt beim Imker.
Hat als Kind schon bei bösen Stechwarzen geholfen, in der Pubertät gegen Pickel, gegen Herpes, raue Haut und sonstigen Entzündungen auf der Haut. Wirklich ein kleines Wundermittel.

Zur Imkerei gehört zudem noch ein kleines Café und der Esel Melis

Fazit: Definitiv ein Besuch wert, und der ein oder andere Kos Liebhaber wurde bei Melissa auch schon zum Honig Fan 😉
Lieben Dank Dionisia für die nette, unterhaltsame und informative Führung.
Öffnungszeiten:
April und Oktober:  9.00 Uhr – 18.00 Uhr,
Mai – September:     9.00 Uhr – 20.00 Uhr

 

 

Die 10 Touri Gebote

  1. Auch wenn genügend Liegestühle vorhanden sind, bitte immer reservieren. Wichtig ist bei der Reservierung, diese vor 8.00 Uhr vorzunehmen, um auch viel vom Urlaubstag zu haben.
  2. Zu Punkt 1: Bitte vergesst nicht beim Reservieren, die Handtücher mit den neumodischen Klammern zu befestigen. Bitte auch passend zur Handtuchfarbe.
    Farbliche Diskrepanzen wirken sich sonst langfristig auf das Augenlicht der Einheimischen aus.
  3. Leichte Strand Bekleidung reicht wirklich überall aus. Oberbekleidung wird in Restaurants, Bars, Stadtbesuchen völlig überbewertet.
    Wichtig für die deutschen Touristen ist jedoch als optisches Highlight und „warumauchimmer“ Socken in den Sandalen zu tragen.
  4. Jeder, der in südlichen Gefilden der Erde lebt hat eine Zusatzausbildung als Wetterfrosch und kann eure Fragen nach dem Wetter für die nächsten 2 Tagen, Monaten oder Jahren treffsicher voraussagen.
  5.  Alle Südländer sprechen alle Sprachen und natürlich sämtliche Dialekte. Man muss im Ausland keinerlei Fremdsprachenkenntnisse mitbringen.  Wenn die Einheimischen euch nicht verstehen, ist das reine Bösartigkeit, lasst euch da nix reinreden.
  6. Wichtig ist auch, dass ihr in eurer Urlaubszeit immer den gleichen Tisch im Restaurant oder an der Bar belegt. Und immer die gleiche Liege am Pool/Strand. Falls nicht, kann das zu schweren traumatischen Erscheinungen führen. Somit ist es auch völlig gerechtfertigt, andere Gäste von eurem Platz zu verjagen und zu bepöbeln.
  7. Trinkgeld ist nicht notwendig, besonders in Griechenland nicht, das hat man ja als Deutscher schon alles mit seinen Steuern beglichen.
  8. In einem südlichen Land zu arbeiten ist wie Urlaub, es ist wichtig dies auch den Menschen immer wieder zu sagen, dass sie eigentlich Urlaub haben, denn nur so fühlen sie sich in ihrem täglichen Tun bestätigt und motiviert.
  9. Alles, aber auch wirklich alles hat so zu sein, wie ich es erwarte, (eben wie zuhause-nur das Wetter ist besser)
    Auch hier ist es wichtig, mögliche Abweichungen zu beanstanden. Möglichkeiten gibt es viele: Hotelpersonal, Reiseveranstalter oder Foren im Internet.
  10. Man kann im Urlaub machen was man will und sämtliche Benimmregeln über Bord werfen. Es kennt einen keiner und bezahlt ist ja auch alles. Aber bedenkt Karma arbeitet auch im Ausland, allerdings schwarz, wie alle in südlichen Gefilden 😉

In diesem Sinne 😉   Schönen Urlaub!