Ein Thema das mir sehr am Herzen liegt:
Leider ist der Umwelt- und Tierschutz in südlichen Ländern lange noch nicht so verbreitet und selbstverständlich wie in Nordeuropa. Definitiv die Seite, die ich in meiner Wahlheimat am wenigstens mag.
Abgekippter Müll oder Hausrat wie Waschmaschinen, Matratzen oder Plastik findet man hier nicht selten wild in der Landschaft verstreut.

Müll
abegekippter Bauschutt und Hausmüll

Das ganze addiert sich dann im Sommer mit den Hinterlassenschaften einiger Touristen: der Abfall oder Aschenbecher wird aus dem Mietwagen einfach während der Fahrt aus dem Fenster geworfen, Flaschen, Plastiktüten am Strand einfach „vergessen“.
Die Gemeinde reinigt natürlich Straßen und Strände, aber leider reicht das nicht aus. Ob es mangelnden finanziellen Mitteln liegt oder an Desinteresse. Man weiß es nicht. Gruppen von Freiwilligen treffen sich zusätzlich noch vor Beginn der Saison um Strandabschnitte von angeschwemmten Müll zu befreien.
Ein Umweltbewusstsein entwickelt sich sehr langsam und vielen Einwohnern ist immer noch nicht bewusst, dass eine Insel übersät mit Abfall Auswirkungen auf die Haupteinnahmequelle, den Tourismus, haben könnte.
Das Dilemma zieht sich natürlich auch weiter zu den Tieren:
Leider gibt es hier keine abgezäunten Weiden oder Koppeln, somit stehen die Nutztiere wie Kühe oder Ziegen oft angepflockt ohne Sonnenschutz auf den Feldern. Zwar gibt es dafür bei uns keine Massentierhaltung – jedoch für mich als Tierliebhaber und Vegetarier ein schwacher Trost.
Auch sind Hunde und Katzen noch lange nicht so in die Familie integriert wie bei uns und viele Hunde vegetieren ihr Leben lang an einer kurzen Kette, ohne jeglichen Auslauf und regelmäßiger Nahrung oder frischem Wasser. Des Weiteren gibt es natürlich auch Leute (wie überall) die sich einen Welpen oder Hund zulegen, dann aber nach einiger Zeit merken, dass dieses Tier doch nicht in die Lebensumstände passt und sich dann auf der Straße wiederfindet.  Dieses Schicksal widerfährt auch sehr vielen Jagdhunden, wenn sie sich als ungeeignet für die Jagd herauskristallisieren.
Das Hauptproblem ist aber, dass viele eine Kastration oder Sterilisation ihrer Haustiere als überflüssig empfinden und es so immer mehr (natürlich ungewollten) Nachwuchs gibt, der natürlich auch wiederum ausgesetzt wird.
Gott sei Dank gibt es bei uns keine Tötungsstation wie in vielen anderen Urlaubsdestinationen, dafür einen sehr aktiven Tierschutzverein, der versucht so viel wie möglich zu helfen:
Seit einigen Jahren gibt es nun ARK auf Kos, bestehend aus Rita, Colin und Sue.
Rita fand ihren Weg auf Umwegen nach Kos. Sie war schon immer sehr tierlieb, wuchs mit Hunden auf und hatte ihr Leben lang Hunde. Nachdem ihre Hunde alle im sehr hohen Alter verstorben sind, zog es sie mit ihrem Partner Colin in die Ferne: in die Türkei. Dort wurden sie schnell wieder zu Hundebesitzern: zwei Welpen vom Tierschutzverein als auch ein dritter, der Gefahr lief vergiftet zu werden, gehörten bald mit zur Familie. Das hart verdiente Geld investierten sie in Futter der zahlreichen Straßenhunde, und nach 7 Jahren haben sie sich entschieden, der Türkei den Rücken zukehren. Ein Flug zurück nach England war mit den Hunden schlicht zu teuer, zudem gab es zu der Zeit in England noch die Quarantäne.
Somit beschlossen die beiden einen Abstecher über Griechenland zu nehmen, in der Hoffnung hier auf tierliebe Menschen zu treffen. Jedoch stellten sie recht schnell fest, dass es hier auch viele Straßenhunde und Katzen gibt. Innerhalb kürzester Zeit knüpften sie Kontakt mit Sue, die dritte gute Seele, eine Irin, die damals schon im Tierschutz aktiv war. Sue gründete den Tierschutzverein ARK (Animal Resue Kos). Das Ganze ist nun 6 Jahre her, und Rita und Colin wohnen in Antimahia in einem kleinen Häuschen aber mit sehr viel Land, dass sie momentan mit mehr als 40 Hunden teilen. Es gibt jedoch Zeiten wo sich die Hundeanzahl locker verdoppelt.

Rita mit Hunden
Rita mit ihren Lieblingen

 

Die Hunde bei Rita und Colin sind in verschiedenen Zwinger und Gruppen eingeteilt – wie bei den Menschen ist sich auch in der Hundewelt nicht jeder grün 😉
Jeden Tag haben die Hunde ihren Auslauf und dürfen auf dem großen Areal toben, dazu gibt es immer wieder Freiwillige die sich zum Spaziergehen bereiterklären. Welpen oder auch kranke Hunde werden separat oder auch im Haus gehalten. Verletzte Hunde können sich dort stressfrei erholen oder es werden somit natürlich auch Ansteckungen von z.B. Hautkrankheiten vermieden.

Die Hunde von ARK werden mit Hilfe von Einheimischen, Touristen und Tierschutzvereinen in Deutschland und Holland dann weitervermittelt. Zuvor werden sie natürlich alle geimpft, sterilisiert, kastriert und gechipt. Fast täglich bekommen Rita und Colin Zuwachs, dazu kommt natürlich die Instandhaltung und tägliche Reinigung der Zwinger und dem Gelände, Tierarztbesuche- auch fast auf täglicher Basis, kurz gesagt ein 24 Stunden Job. Oft sind die Tiere so sehr verletzt oder die Welpen noch zu klein, so dass man die Hunde auch nachts betreuen oder füttern muss.

Somit wurde meine Frage nach ihrem Lieblingsstrand nur müde belächelt. Lieblingsplätzchen für einen schnellen Kaffee oder Snack sind Tam Tam und die Chrisopoulous Taverna in Kardamena.
Bei unseren Besuchen ist eine flüssige Konversation fast unmöglich, da ständig das Telefon klingelt. Freiwillige wuseln über das Gelände um es „sommerfit zu machen“, es wird gestrichen, Bäume getrimmt, die Wiese gemäht und neue Zwinger werden gebaut.


Oft hört man ja die Kritik, dass es in Deutschland ja in den Tierheimen genug Tiere gibt, die auf ein Zuhause warten und man somit nicht noch Tiere aus dem Ausland importieren muss. Sicherlich nicht ganz unrichtig, aber wenn man was Gutes tun kann, ist es ja eigentlich egal wo man es tut.  Wütender macht mich da eher, dass die Zuchthunde immer noch eine recht große Lobby haben.
Aber nicht nur die Straßenhunde werden von ARK weitervermittelt, sondern auch viele Straßenkatzen jährlich sterilisiert um weiteren Nachwuchs zu vermeiden. Sue ist die Katzenmama und wohnt in Marmari.
Wer schon etwas durch meinen Blog gestöbert hat, weiß dass wir auch mehrere Haustiere haben.  In Deutschland eigentlich unvorstellbar, aber hier stolpert man doch des Öfteren über Tiere in Not-  ARK hat immer selbst genug Hunde und man möchte ja dann nicht noch mehr aufbürden, – ich kann zwar nicht alle retten, aber ich versuche es zumindest 🙂

Ihr möchtet helfen?
Besucht Rita und Colin bei eurem Kos Urlaub, vielleicht verliebt ihr euch ja in eine Fellnase 😉
Ihr könnt euch auch  als Flug Pate zur Verfügung stellen:
Oft haben die Hunde in Deutschland, Schweiz oder Holland ein neues Zuhause, aber Hunde dürfen nicht unbegleitet fliegen, sondern brauchen eine Begleitperson: ARK bringt euch den Schützling zum Flughafen und übergibt euch die Flugdokumente. (Meistens werdet ihr vom Check-in Personal bevorzugt behandelt, und müsst somit nicht in der Schlange stehen). Die Hunde werden im Frachtraum transportiert und ihr müsst nur noch den Hund in Deutschland beim Sperrgepäck abholen- meist neben dem Kofferband. Direkt nach der Sicherheitskontrolle wird der Hund von den Helfern des Tierschutzverbands in Empfang genommen.
Es gibt auf Facebook die Kos Animal Flight Escort Seite, wo ihr euch eintragen könnt oder ihr meldet Euch bei mir, ich gebe die Kontakt- und Flugdaten gerne weiter. Auch gibt es auf Facebook selbstverständlich eine ARK Seite mit all den Infos zu dem Tierschutzverein.
Und falls Ihr finanziell ARK unterstützen möchtet findet ihr natürlich auch die Bankdaten auf der Webseite als auch auf der Facebook Seite. Bei einem Besuch auf Kos sind Futterspenden natürlich gerne gesehen 😉

 

 

 

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5 thoughts

  1. Vielen Dank für diesen Beitrag! Ich habe Rita und Colin besucht, es war Ende der Saison und alles voll. Ich bekam einen Kloß im Hals … so viele Hunde auf so einer kleinen Insel.
    Liebe Mitleser: Bitte unterstüzt ARK, wie steht im Artikel.

    Gefällt 2 Personen

  2. Ich habe Rita schon besucht und war Flugpate … ein süßer Hund hat hier eine tolle Familie gefunden .
    Ich steh in Kontakt mit Susan , da mir die Kätzchen auch am Herzen liegen . Ich sende ab und zu Geld und sie kauft Katzenfutter und bringt es zu Costas , ein lieber Mann der sich um Katzen kümmert . Auch Pakete kommen an und Susan überbringt Costas meine Sachen .. Costas ist immer zu finden am Nachmittag auf einer Bank Marktplatz Kos Stadt, da kümmert er sich um die Katzen …. alle Spenden kommen an !
    Kastration ist super wichtig … es wird viel kastriert , man kann kastrierte Katzen erkennen – sie haben an einem Ohr die Spitze weg .
    Ich freu mich auf meinen nächsten Urlaub
    ❤️🐾❤️🐾❤️🐾

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Susi, das freut mich, dass Du hier die Streunerchen unterstützt. Lieben Dank dafür! Und danke für deinen Hinweis mit der fehlenden Ohrspitze, hab ich vergessen in meinem Artikel zu erwähnen.
      Liebe Grüße aus Kos

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      1. Liebe Grüße nach Kos 🙋
        Ja klar , ich mache weiter und als Flugpate habe ich mich für Oktober schon wieder angeboten … 🐾❤️🐾❤️🐾❤️

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  3. Hallo Susi,
    uns ist diesen Sommer ein halb verhungerter Hund zugelaufen und nicht mehr weggegangen. Dank der Hilfe von Rita und Colin konnten wir unsere Fellnase mit nach Hause nehmen und hier weiter aufpäppeln. Das ist nun knapp 3 Monate her. Wir kommen sicher wieder nach Kos (wie fast jedes Jahr) und werden Rita und Colin sicher besuchen und wieder Futterspenden mitbringen.
    Ein Besuch bei ARK lohnt sich und Menschen wie Rita, Colin und Sue brauchen unsere Unterstützung. Man kann auch über paypal an ARK spenden.

    Liebe Grüße
    Sabine

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