Ich war das 1. Mal 1993 im Asklepion und es hat mich damals schon sehr beeindruckt, obwohl ich nicht sonderlich geschichtlich interessiert bin.
Aber zu sehen, dass die antiken Heilstätten schon damals den heutigen Krankenhäuser sehr ähnlich sind, hat mich schon sehr fasziniert. Und bis heute besuche ich die Kultstätte eigentlich jährlich im Winter oder Frühjahr und genieße die Ruhe und Aussicht. In solchen Momenten wird mir auch immer bewußt, was für ein Sandkorn in der Weltgeschichte ich selbst bin und wundere mich ob es die Welt in weiteren 2000 Jahren noch gibt? Entwickeln wir uns vorwärts oder zurück?
Warum wurde das Asklepion gerade dort gebaut? Und warum auf Kos? Gab es hier heilende Quellen, besondere Kräuter oder Energiefelder? Fragen, die mir niemand mehr mit Sicherheit beantworten kann.
Laut Wikpedia gibt es ca. 300 Asklepions, aber das auf Kos gehört zu den bekanntesten als auch zu den schönsten weltweit und abgesehen von der Geschichte hat es eine tolle Lage mit einem Blick über Kos Stadt bis zur türkischen Küste.

Was ist überhaupt ein Asklepion?

Ein Asklepion ist ein antikes Heiligtum, das oft mit Sanatorium und Badehäusern ausgestattet war.  Eigentlich weit mehr als ein Krankenhaus, eher ein Therapiezentrum.
Der Name kommt von Asklepios, der Sohn von Apollon:
nach der Mythologie Gott des Lichts und der Heilung. Asklepios wiederum gilt als Meister der Heilkunst.
Besonders bekannt ist das Asklepion von Kos durch Hippokrates, der hier auf der Insel geboren wurde und von 460 bis 377 v. Chr. lebte. Sein Vater war ein Priester des Asklepios. Hippokrates gilt als Vater der Medizin und verbreitete sein Wissen in Griechenland als auch in Kleinasien. Jedoch ist inzwischen bekannt, dass das Asklepion auf Kos erst nach seinem Tod entstanden ist, aber es ist auch erwiesen, dass dort nach den Lehren von ihm behandelt wurde.

Asklepion.jpg
Rekunstruktion des Asklepions

Viele der Menschen glaubten damals die Krankheiten werden von den Göttern geschickt, und auch von denen wiederum durch Gebete (eventuell) geheilt.
Hippokrates unterzog aber den Kranken einer Untersuchung und glaubte an die Selbstheilungskraft der Menschen. Zudem war er von der Theorie überzeugt, dass nicht nur der Körper behandelt werden sollte, sondern auch die Seele und der Geist.  Somit waren die Behandlungen eine Therapie in Verbindung von gesunder Ernährung, Entspannung, Bewegung und Kräutermedizin.
Auch wusste Hippokrates schon, dass Keime sich recht schnell ausbreiten und somit oft die Ursache für Infektionen bei Operationen waren. Er legte somit damals schon den Grundstein der modernen Medizin. Sehr bekannt ist auch der Eid des Hippokrates, ein Eid den die Ärzte bis 1948 ablegten und dann erst durch das Genfer Gelöbnis erneuert wurde. Ob der Eid tatsächlich von Hippokrates stammt ist umstritten.

Auf der untersten Ebene sind die Überreste einer Säulenhalle zu sehen. In der Stützmauer zur zweiten Ebenen befanden sich in den Nischen Götterstatuen.

Bogennischen
Die Nischen für die Götterstatuen

Auf der anderen Seite ein kleiner Tempel und Altar von Xenophon, der wiederum der Leibarzt des römischen Kaisers Claudius war.

Altar Xenophon
Der Altar des Xenphons

Zudem gibt es noch die Ruinen eine alten römischen Badehaus, wo wahrscheinlich Massagen und Wasser Therapien durchgeführt wurden.

Badehaus
Das altrömische Badehaus

Es ist davon auszugehen, dass auf der 1. Ebene die Patienten wohnten, als auch dort die Medizinschule und die Priester untergebracht waren.
Die zweite Terrasse ist schmaler und die 7 aufgerichteten Säulen gehören zu dem Apollon Tempel.

Säulen Apollo Tempel
Die Säulen des Apollon Tempels

Die zwei Säulen auf der anderen Seite zum Asklepion Tempel, – man geht davon aus, dass diese Terrasse das religiöse Zentrum der Anlage war, aber auch dort die Patienten behandelt wurden.

Asklepios Tempel
Asklepion Tempel

Auf der dritten Ebene findet man den Asklepios Tempel, der größte in ganz Griechenland und schon vom Meer bei Ankunft der Pilger gut sichtbar.

Asklepios Altar
Die Aussicht von der 3. Ebene

In der byzantinischen Zeit und nach dem Verbot des heidnischen Glaubens wurde der Tempel in eine christlich orthodoxe Kirche umgewandelt, noch gut lesbar findet man die Buchstaben IC XC, die für Jesus Christus stehen.  Auch hier befanden sich angeblich Zimmer für Patienten als auch Besucher. Hinter dem großen Tempel fand man eine Treppe die wiederum zu dem Zypressen und Pinienwald führte. Dieser Wald war Apollon gewidmet. Frauen die dort wohnten waren, so sagt man, unsterblich als auch unfruchtbar.

Tempel des Asklepios
Der Tempel des Asklepios

Das Asklepion entstand angeblich im 2. Jahrhundert vor Christus wurde aber erst im 4. Jahrhundert nach Christus fertiggestellt. 1902 von dem deutschen Archäologen Roman Herzog und dem Koer Jakovos Zaraftis entdeckt.

Die Öffnungszeiten für 2017 sind täglich von 08.00 – 20.00 Uhr. Eintritt 8 €.
Leider gibt es Führungen im Asklepion nur in Verbindung mit der Inselrundfahrt.
Mehr zu der Umgebung von Kos Stadt findet ihr hier.

 

 

 

 

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