Eigentlich ein komisches Thema für ein Feriengebiet, aber mich haben Friedhöfe verschiedener Kulturen schon immer fasziniert:
Selbst in europäischen Ländern unterscheiden sich die Bestattungen und Ruhestätten:
Beerdigungen sind in Griechenland sehr emotional, für mich an Tragik nicht zu überbieten und schwer zu ertragen:
(nun ja, schön sind ja alle Beerdigungen nicht..)
Es beginnt mit der der Aufbahrung des Toten zuhause, so dass alle Familienmitglieder und Freunde genügend Zeit haben um Abschied zu nehmen. Tradition sind auch noch die „Klageweiber“, die während der gesamten Zeit mit der trauernder Familie den Verlust durch Wehklagen und Jammern zum Ausdruck bringt. Am Tag der Beerdigung folgt dann die Familie zu Fuß dem Leichenwagen zur Kirche, die Haustüre bleibt offen, so daß der Geist und die Seele den Weg nach draußen findet. Auch die Trauerfeier in der Kirche findet bei geöffnetem Sarg statt.  Auf dem Friedhof wird dann der Sarg ein letztes Mal geöffnet, das Gesicht nach Osten gedreht (in Richtung Eden) und mit einem Leintuch mit dem Abbild von Jesus Christus oder eines Kreuzes abgedeckt. Der Sarg wird mit Öl und Erde vom Priester im Grab kreuzweise bestreut und gesegnet.
Die Gräber bestehen in Griechenland aus Marmorplatten, teils mit einem Glaskasten in dem Kerzen, Fotos und Andenken an die Toten zu sehen sind. Frische Blumen sind allerdings so gut wie nie zu finden, hin und wieder Plastikblumen oder einen Kranz, was aber nicht heißt, dass die Angehörigen die Grabstätte nicht besuchen. Regelmäßige Grabgänge sind hier genauso üblich wie in Deutschland.

Ein weiterer großer Unterschied ist, dass die Knochen nach ein paar Jahren wieder ausgegraben und gewaschen werden. Sind die Knochen nach dem Waschen weiß, ist der Verstorbene im Himmel, sind sie schwarz so schmort er in der Hölle –  sagt zumindest der alte Glaube. Anschließend werden die Knochen in einem Sack wieder im Familiengrab beigesetzt wird oder in einem kleinen Gebäude auf dem Friedhof in Kisten aufbewahrt.  Auf manchen Friedhöfen sind diese Kartons ordentlich gestapelt und geschlossen, ich kenn aber auch Friedhöfe, wo die Kisten beschädigt sind und die Knochen achtlos in der Hütte verteilt sind. Ganz schön gruselig, ich weiß.
Griechisch- orthodoxe Friedhöfe sind eigentlich in jeder Ortschaft hier zu finden.
Feuerbestattungen gibt es in Griechenland nicht. Die Regierung hat schon vor Jahren den Bau von Krematorien genehmigt, jedoch weigert sich die Kirche Feuerbestattungen zu akzeptieren, somit wurde immer noch keins gebaut.

Aber es gibt hier auch Friedhöfe anderer Kulturen: jüdisch, moslemisch und katholisch:

Auf dem Weg zwischen Kos Stadt und Platani gibt es noch einen jüdischen Friedhof. Nur die Davidsterne der geschlossenen Eingangsgattern erinnern noch daran. Leider darf man den Friedhof nicht besichtigen.


Direkt daneben liegt der muslemische Friedhof, die letzte Ruhestätte für die Moslems aus Kos Stadt. Hier werden die Verstorbenen nach muslimischem Glauben begraben: nur in Tücher gehüllt und ohne Sarg. Angeblich sind hier die Verstorbene der letzten 500 Jahre begraben. Jedoch sind die meisten Inschriften der Grabsteine in arabischen Schriftzeichen und somit für mich leider nicht lesbar. Schon der Zugang ist links und rechts gepflastert mit Grabsteinen. Auffällig ist hier, dass die Gräber alle sehr unterschiedlich aussehen; einige sind bepflanzt, andere mit Kieselsteinen oder Erde bedeckt , oder wie im griechisch – orthodoxen Glauben mit Marmorplatten.

Ein weiterer moslemischer Friedhof gibt es noch im Ort Platani. Der ist wiederum nur für die Einwohner von Platani vorgesehen.

Ursprünglich gab es auf Kos drei katholische Kirchen aber nur die Agnus Dei Kirche existiert noch (liegt zwischen dem antiken Odeon und dem Casa Romana). Der Weg dorthin führt durch eine imposante Zypressenalle. Die Kirche wurde 1920 gebaut, aber 1933 nach einem großen Erdbeben zerstört und  von den Italienern wieder aufgebaut. Dazugehörig ein kleiner Friedhof als als auch eine Gedenktafel aller ermordeten italienischer Offiziere durch die Nazis im Jahre 1943.

Katholische Gottesdienste finden normalerweise immer samstags um 18.00 Uhr und sonntags um 11.00 Uhr und 18.00 Uhr statt.

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