Ich habe ja einen ganz besonderen Bezug zu der Windmühle:
In meiner ersten Saison als Reiseleiterin 1993 hatte ich eine Wohnung direkt neben der Windmühle. Unter mir ein Kindergarten, neben mir ein „Kafenion“ (ein typisch griechisches Kaffeehaus),  und zum Telefonieren musste ich in den einzigen Supermarkt des Ortes und stand dann telefonierend im Lager zwischen Kernseife und Waschmittel.
Schon damals konnte ich täglich von meinem Balkon beobachten wie ein älterer Herr, ich glaube, er hieß Dimitris, die Segeltücher der Windmühle aufrollte.

Die Geschichte der Windmühle geht zurück bis in das 19. Jahrhundert und sie ist mehr als 130 Jahre alt.
Der erste eingetragene Besitzer und Betreiber der Mühle war der Priester des Dorfes, Ioannis Amallos. Er war auch derjenige, der die Windmühle nach dem großen Erdbeben 1933 wieder restaurierte und bis Ende der 70´er Jahre in Betrieb gehalten hat.
Früher kamen die Menschen von allen Teilen der Insel mit ihren Eseln und brachten Getreide. Der Müller und sein Assistent wurden bezahlt, indem sie einen Teil des Mehls behalten durften.
Viele Jahre war die Windmühle nicht mehr funktionstüchtig, nur die Segeltücher wurden als Fotomotiv für die Touristen noch täglich gespannt. Aus Angst vor Konkurrenz gaben früher die Windmühlenbauern ihr Wissen nur an ihre Söhne weiter, was es schwierig machte bei anstehenden Reparaturen die geeigneten Fachleute zu finden und auch heute gibt es nur noch wenige Mühlenbauer in Griechenland. Jedoch hat der Schreiner Antonis sich 2014 die Herausforderung angenommen und die Mühle komplett restauriert und sie schafft es nun bei gewöhnlichen Windverhältnissen 600 – 700 kg Mehl pro Tag zu mahlen.

Das erzeugte Mehl ist von sehr hoher Qualität, weil Steine ​​verwendet werden, um das Getreide zu zerkleinern, im Gegensatz zu den industriellen Mühlen, die die Kleie während des Mahlprozesses leicht aufheizen.

Noch wird nicht im großen Stil gemahlen, aber im liebevoll dekorierten Souvenir Shop nebenan gibt es leckeres Gebäck mit dem Mehl der Mühle gebacken.
Obwohl ich ja eigentlich eher auf süße Kekse stehe, fand ich die Knoblauch Kekse mega lecker.
Ich bin zwar die letzten Jahre oft an der Windmühle vorbeigefahren und hab auch noch mehrere Fotos der vergangenen Jahre, jedoch habe ich mich nicht mehr mit der Geschichte der Windmühle befasst. Umso schöner zu hören, dass sie im Familienbesitz ist, und die Nachkommen des Paters Ioannis sie wieder in „Urzustand“ versetzten, um den Inselbewohnern, als auch den Besuchern von Kos ein bisschen Geschichte zu vermitteln. Herzlichen Dank an Natasa für die freundliche Auskunft und Führung und natürlich der Familie Amallos für all die Infos.
Die Windmühle ist täglich von 09.00 – 17.30 Uhr geöffnet und kostet 2,50 € Eintritt, Kinder bis 10 Jahre sind frei, Kostprobe der leckeren Kekse inbegriffen. 🙂

 

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