Die Griechen sind ja nicht nur für ihre gute Küche bekannt, sondern auch für den griechischen Wein – auch Kos hat drei Keltereien: Die beste Freundin aus Deutschland ist zur Zeit da, und somit eigentlich die perfekte Gelegenheit, Weinproben zu machen. Wir haben uns sozusagen für euch geopfert 😉

Angefangen haben wir mit der jüngsten und auch unbekanntesten Kelterei:
Weit vor Kefalos, auf Höhe der schönen Sandbuchten, gegenüber vom Lagada Strand steht ein recht unauffälliges Holzschild  zum Weingut „Volcania“.
Auf der Schotterpiste dann die nächste Möglichkeit links abbiegen und schon seid ihr auf dem Weingut.

Wegbeschreibung

Die Tür war verschlossen, der Schlüssel steckte von außen und von innen war Musik zu hören. Auf unser Klopfen antwortet keiner, worauf wir uns selbst Zutritt verschafften.
Aufgrund der Ernte waren die Verhältnisse etwas chaotisch, jedoch auch sehr liebenswert: Wir saßen zwischen Kisten und Stahltanks bei unserer Weinprobe, was dem ganzen einer sehr authentischen und familiären Flair gab.
Das Weingut besteht aus 3,5 Hektar Weinbergen, von denen wiederum jedes Jahr 9 verschiedene Sorten produziert,  30.000 Flaschen, alle für den lokalen Markt.

Alle produzierten Weine bestehen ausschließlich aus den eigenen Trauben.
Der Winzer Sakis gab sich bei der Erklärung der Weine sehr viel Mühe und man merkte, dass es sich um einen eingefleischten  Winzer handelt, der sich mit der Materie auskennt.
Uns hat überrascht, dass die Weine nach den verschiedenen Regionen des Anbaus auf Kos benannt sind und die Logos für die einzelnen Sorten wurden von einem lokalen Künstler entworfen. Beides eine tolle Idee, der Wein schmeckte uns gleich noch besser.


Zwei der Weinsorten werden auch noch in alten traditionellen Holzfässern gelagert, und haben somit auch den typischen Geschmack nach Holz bzw. Eiche.
Sehr begeistert hat uns allerdings der Retsina.
Bei Wikpedia findet man zu Retsina folgendes:

Retsina ist ein weißer, trockener Tafelwein aus Griechenland, der mit Harz versetzt wird.  Laut den EU-Richtlinien zählt der Retsina trotz des Harzzusatzes zu den Weinen und nicht zu den weinhaltigen Getränken.

Der Name Retsina ist geschützt und Wein mit diesem Namen darf nur in Griechenland produziert werden.
Aber wieso kommt man auf die Idee dem Wein Harz zuzusetzen?
In der Antike wurde der Wein in Amphoren gelagert und zum Transport wurden diese mit Harz verschlossen. Jedoch kam durch den Wellengang auf hoher See der Wein oft mit dem Harz in Berührung und nahm den harzigen Geschmack an. Die Geburtsstunde des Retsinas. Die Griechen lieben den Retsina als günstiges alkoholisches Getränk in Verbindung mit Mezes,  den typischen kleinen Gerichten bzw. Vorspeisen. Qualitativ hat sich aber der Retsina nicht weiterentwickelt, im Gegenteil: In den letzten Jahren wurde einem schlechten Wein einfach Harz zugefügt um den Geschmack zu übertünchen, oder einfach Trauben zweiter Qualität zur Herstellung des billigen Tavernenweins verwendet. Somit erreichte der Retsina nie wirklich Anerkennung bei den Weinliebhabern. Retsinas von nicht ganz so guter Qualität erkennt man übrigens an der sehr gelben Farbe, außerdem sind die Flaschen meist mit Kronkorken verschlossen.  Ich konnte dem Retsina in all den Jahren in Griechenland auch nur schwer was abgewinnen, hatte zwar Phasen, wo ich ihn auch häufiger getrunken hatte, aber der Harzgeschmack war mir oft zu penetrant und ich neutralisierte gerne mein Glas Retsina mit etwas Sprite.
Der Retsina von dem Weingut Volcania hat aber mit dem Retsina, den wir beide bis dahin kannten, geschmacklich als auch optisch rein gar nichts zu tun: sehr hell und sehr leicht im Geschmack mit einem Hauch von Kohlensäure, was wiederum ein Zeichen dafür ist, dass der Wein frisch abgefüllt wurde. Laut Sakis gibt es außer ihm noch einige griechische Winzer, die für den Retsina wieder hochwertige Trauben benutzen als auch stets an der Herstellungsweise feilschen, um ihm somit wieder zu altem Ruhm zu verhelfen.

Retsina Harz

Aber auch die anderen Weine haben uns sehr gut  geschmeckt, – die süßlichen Weine haben wir gar nicht mehr probiert, da wir beide nicht unbedingt Fans süßer Weine sind, jedoch haben wir uns reichlich mit Weißwein eingedeckt.
Die Rotweine waren auch sehr lecker,  aber für mich ist Rotwein eher ein Wein für die kühleren Tage, aber ich werde mich mit Sicherheit am Ende der Saison noch mit ein paar Fläschchen eindecken.  Die lockere Atmosphäre als auch die informativen Dinge, die wir hier über den Wein erfahren haben, machten das ganze schon zu einem kleinen Erlebnis. Recht herzlichen Dank an Sakis und…
Jamas!

unsere Ausbeute

Geöffnet Montags – Samstags von 10.00 – 16.00.

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4 thoughts

  1. Das ist ja so lieb von Dir, das Du Dich geopfert hast. Hihihi. Danke für den Tipp. Wir werden dieses Weingut dann auch besuchen. Ich wußte nichts davon. Aber deewegen gibt es ja Dich.

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