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Arbeiten auf Kos

Ich kann nicht pauschal über das Arbeiten in Griechenland berichten, da ich nur eine Saison in Karapathos gearbeitet habe. Den Rest meiner Griechenland Zeit habe ich ausschließlich auf Kos verbracht.

Seit ich den Blog schreibe, bekomme ich oft Nachrichten von Lesern, die gerne auf Kos leben und arbeiten möchten.  Viele wissen nicht, wie es ist auf Kos zu arbeiten, und ich rate eigentlich generell ab.
Bei vielen der  geplanten Geschäftsideen der “Möchtegern Auswanderer” kann jede Folge der gescheiteren Auswanderungen von “Goodbye Deutschland” locker mithalten.

Arbeiten und Leben im Ausland ist trendy und wer meinen Über mich Artikel gelesen hat, weiß, dass ich auch schon früh Deutschland verlassen habe, um im Ausland zu arbeiten. Ich war viel unterwegs, bevor ich mich hier niedergelassen habe. Leben im Ausland und die damit verbundenen Erfahrungen sind wertvolle Erinnerungen. Ich möchte diese auch auf keinen Fall missen.

Außerdem: Reisen lehrt Toleranz.

Viele würden mit Sicherheit nicht so denken und wählen, hätten sie Auslandserfahrungen gesammelt. Das Leben im Ausland nicht nur als Tourist kennengelernt.

Also, warum nicht dann auf Kos eine Saison arbeiten und leben?

Kos lebt ausschließlich vom Tourismus und somit sind die Möglichkeiten scheinbar grenzenlos.
Arbeitsplätze gibt es viele:
Ausflugsagentur, Reisveranstalter, Gastronomie und Hotels, Souvenirgeschäfte. Das sind nur einige der zahlreichen Möglichkeiten. Voraussetzung ist natürlich eine zusätzliche Fremdsprache, am besten englisch.

Als Destinations Manger einiger deutscher großer Reiseveranstalter befand ich mich immer in einem deutsch- gemischtem Team, und es hat sich meist gut ergänzt.
Ich habe mich unter Kollegen und Vorgesetzen hier immer sehr wohlgefühlt:
Bis auf eine gravierende Ausnahme: Mein letzter Arbeitgeber, wobei da meine direkte Vorgesetzte keine Griechin war 😉

Arbeiten mit Griechen

Beim Arbeiten sind die Griechen eigentlich so, wie im normalen Leben auch.
Sehr lebensbejahend und besonnen. Kaffee und Zigaretten dürfen bei der Arbeit nicht fehlen.
Die weibliche griechische Bevölkerung ist wohl etwas wehleidiger, oft wegen Kopfschmerzen oder sonstigen kleinen Wehwehchen gejammert.
Ausserdem  ist es Griechinnen auch immer sehr wichtig, den weiblichen Kolleginnen den Monatszyklus mitzuteilen:
Entweder man ist gerade davor, mittendrin oder “es” ist gerade vorbei und man kämpft dementsprechend mit den gravierenden Auswirkungen.

Allerdings wurde ich noch nie  als Arbeitnehmer so verwöhnt  wie in meinen Schwangerschaften: Tragen durfte ich überhaupt nichts mehr, selbst zwei Briefumschläge waren angeblich zu schwer. Ständig wurde mir ein Stühlchen hingerückt und mein Arbeiten mit Adlersaugen überwacht. Ich habe mich selten so betüttelt und aufgehoben gefühlt.

Beleidigte Leberwurst

Desweiteren sind Griechen oft recht schnell beleidigt.
Bei mir  im Hotel gibt es einige Angestellte, die seit Jahren nicht miteinander reden, was das zusammen arbeiten natürlich etwas schwieriger gestaltet. Die wissen oft gar nicht mehr, warum sie nicht miteinander reden.  Oft geht es dann nicht anders, ein Vermittler muss einspringen, um wichtige Infos dann an die richtige Person weiterzuleiten. Nachdem ich nicht direkt betroffen bin, schmunzele ich darüber nur. Aber das Verhalten erinnert dann schon sehr stark an einen Kindergarten.

Die griechische Kollegin bei meiner letzten (ach so tollen) Arbeitsstelle war auch auf einmal beleidigt. Sie hatte ohne ersichtlichen Grund von heute auf morgen beschlossen, nichts mehr zu reden. Wir waren nur zu dritt im Büro.  Meine (stets ach so tolle) gutgelaunte Chefin und die “verschnupfte” Kollegin. Ich war vor Vorfreude auf den folgenden Arbeitstag kaum zu bremsen 🙂

Kos ist im Tourismus schnell gewachsen. So sind in Führungspositionen Personen gelandet, die außer Fremdsprachenkenntnisse keinerlei Kompetenzen mitbringen:
weder Führungsqualitäten, fachliche Kompetenz, Empathie oder Freundlichkeit.
Die mangelnde Leitung, fachliche Unfähigkeit und einer eigenen Arbeitsleistung gen Null
wird mit Intrigen und Lügen übertüncht und verschwiegen. Für die schlechte Stimmung am Arbeitsplatz sind selbstverständlich auch ausschließlich die Untertanen schuld.
Klar, es ist liegt in der Psyche jedes Menschen bei ständigem Gekeife, demotivierenden Sprüchen und Unfreundlichkeit des Chefs zur Höchstleistung aufzulaufen 😉

Solche “Chefs” sitzen leider oft viel zu lange auf ihren Positionen, da sie sich wiederum von “ganz oben” als Marionetten gut führen lassen. Außerdem sind sie einiges günstiger,  als ausgebildete Führungspositionen.  Eine Erfahrung, die auch ich mit meinen letzten Arbeitgeber machen musste.  Wahrscheinlich ist das ein globales Problem und nicht nur auf Kos so. Irgendwann hat jeder mal nen doofen Chef, und ich hatte oft nur Glück. Allerdings hätte ich gerne auf die letzte Erfahrung verzichtet, aber wir haben es alle überlebt.

Meine Kollegen, und meiner Erkenntnis nach auch meine damalige Vorgesetzte, die allerdings nach wie vor ihre Angestellten drangsaliert. Ob die griechische Kollegin die Sprache wieder gefunden hat, oder immer noch schweigt, entzieht sich allerdings meiner Kenntnis 😉

Die Arbeitszeiten

Ein ganz großer Negativpunkt:
Viele arbeiten sieben Tage die Woche. Eine fünf Tage Woche gibt es auf Kos nicht, eine sechs Tage Woche gehört zur Ausnahme.
Ich gehöre zu den Glücklichen die eine sechs Tage Woche haben, eine sieben Tage Woche würde ich schlichtweg nicht überleben. Es ist nicht nur die stets andauernde Präsenz, sondern auch der ständige Kontakt mit Menschen, der einem zu schaffen macht. Viele arbeiten bis zu 16 Stunden, oft in zwei verschiedenen Jobs und Schichten.
Ich bewundere jeden, der tagtäglich  im regen Kontakt mit den Touristen steht und sich oft  “sinnfreie” Fragen anhören muss, wie:

Woher kommt der Wind? Ist der immer so? Wird es morgen auch so heiß? Wie ist der Wind nächste Woche?
Aber es geht noch besser:
Wo ist denn hier der Bahnhof und wann fährt der nächste Zug nach Athen?
Die Abfahrtzeit für den nächsten Bus nach Santorini?

Fast alle Positionen in den Touristen Jobs sind unterbesetzt, damit wird dem Arbeitnehmer automatisch eine Unabkömmlichkeit infiltriert. Krank werden oder womöglich frei machen für viele Arbeitgeber einfach unvorstellbar und nicht machbar. Hier wieder das Negativbeispiel meines letzten Arbeitgebers:
Meine Oma starb (wie konnte sie nur) in der Hochsaison. Meine Arbeitgeberin hat sich dagegen gesträubt, mich zur Beerdigung fliegen zu lassen. Bin aber dann trotzdem geflogen. 😉
Das Schlimme ist, wenn man, ein bisschen Verantwortungsbewusstsein seinem Job gegenüber hat, diese Unabkömmlichkeit auch annimmt.

Meine Kollegin arbeitete mit dreifachem Bandscheiben Vorfall, die andere auch bei nicht so tollen Tagen in der Schwangerschaft. Ich mit Schnupfen und Halsschmerzen, was (für mich) genauso schlimm ist wie eine Zwillingsschwangerschaft und Bandscheibenvorfall gleichzeitig 😉
Ihr müsst wissen, Schnupfen geht überhaupt nicht. In Kombination mit Halsschmerzen, kämpfe ich automatisch ums Überleben und ich mutiere zum Mann 😉 Meine Kollegen und Freunde wissen das und überschlagen sich immer vor Mitleid (nicht!!!)  Aber auch ich habe tapfer mit Halsschmerzen und Schnupfen gearbeitet.

Die Bezahlung:

Der Knackpunkt schlechthin:
Die Saison geht nur sechs oder sieben Monate. Somit ist das Einkommen auf diese Zeit beschränkt. Der Gehaltsspiegel sehr niedrig.
Hier ein paar Beispiele:
Rezeption, Verkaufspersonal im Souvenirshop, Mitarbeiter bei einer Ausflugsagentur/Autovermietung, Kellner, 700 – 1000 €. Arbeitszeit pro Tag meist 10 Stunden.
In einer leitenden Position zwischen 1200 € bis 1500 €.
Macht somit im Besten Falle ein Jahreseinkommen von max. 10.000 €.

Der Stundenlohn beträgt zwischen 3 € und 5 €.
Definitiv zu wenig, um mit einem Gehalt von sechs Monaten über die Runden zu kommen.
Wenn man zwei Saisons als Vollzeitkraft gearbeitet und auch angemeldet war, gibt es im Winter dann noch drei Mal ein pauschales Arbeitslosengeld von knapp 400 € dazu. Egal, in welcher Position man gearbeitet hat.

Und es gibt sie hier auf der Insel immer noch:
Arbeitgeber, die die Mitarbeiter nur auf Teilzeit anmelden, aber zur vollen Stundenzahl arbeiten lassen. Somit werden natürlich auch Leistungen wie Krankenversicherung und Renten nur teilweise eingezahlt.  Oder auch Arbeitgeber, die das Gehalt Monate später oder auch gar nicht zahlen. Als Insider weiß man natürlich, wer das ist. Als Inselneuling ist da der ein oder andere schon böse auf die Nase gefallen.

Thema Selbstständigkeit:

Die Steuergesetze, All inklusive Hotels und die unstabile politische Lage machen es einem nicht einfach. Viele leer stehende Geschäfte und wechselnde Besitzer der Läden beweisen es.  Will man beispielsweise ein Laden pachten, gibt es meist nur Verträge, die über mehrere Jahre gehen.
Des Weiteren hat man nur im Sommer Einnahmen, muss aber die Pacht 12 Monate bezahlen.
Die Pacht beträgt hier in guter Lage genauso viel wie in der Fußgängerzone einer deutschen Großstadt.
Falls man allerdings als “digitaler Nomade” arbeiten kann, spricht natürlich auch nichts dagegeben auf Kos und zu arbeiten und zu leben.

Der Winter als Arbeitsloser kann nicht nur finanziell zu lange dauern:
Vielen ist es hier im Winter zu langweilig. Die meisten Geschäfte, Restaurants haben geschlossen. Viele der lieb gewonnenen Kollegen verlassen die Insel und gehen zurück in ihren Heimatort. Nachdem das Saisonende sehr abrupt kommt, muss man sich an das Nichtstun auch erst mal gewöhnen. Ohne Familie oder Freunde können die Tage recht öde werden, besonders wenn das Wetter nicht mitspielt.

Fazit:
Als einmalige Saisonarbeit zu empfehlen. Wenn man weiß, dass man nicht viel Zeit für Freizeit hat. Eine langfristige Auswanderung sollte man sich (egal in welches Land) gut überlegen.
Einfacher wird es mit großem finanziellen Polster oder als “digital” Unabhängiger.

Falls das mit dem Auswandern nicht klappt, kann man aber Kos weiter als Urlaubsziel genießen 😉

Elia Taverne- direkt in der Altstadt

Wieder mal ein Artikel, der sich mit einem meiner Lieblingsbeschäftigungen widmet: Dem Essen 😉

Das Elia ist definitiv mein Lieblingsrestaurant:
Sotiris, den Besitzer, kenne ich ja schon etwas länger und er ist mit Sicherheit der Hauptgrund für meine Begeisterung. Aber selbstverständlich isst man auch im Elia ausgezeichnet.
Ich wohne oberhalb von Kos Stadt und lange Fahrtzeiten nach Feierabend sind mir ein Graus.  Besonders wenn ich Hunger habe, kann ich schnell unerträglich werden und zur Diva mutieren.

Das Elia liegt direkt in der Altstadt und für mich somit nur eine Fahrtzeit von ein paar Minuten.  Zu kurz, um am Hungertod elendig zu Grunde zu gehen 😉
Im beschaulichen Garten sitzt es sich sehr gemütlich und ruhig. Wer es mag,  kann aber auch direkt in der Altstadtgasse, während des Essens, dass lebhafte Treiben beobachten.

Sotiris ist in Deutschland aufgewachsen und hat in Düsseldorf die Hotelfachschule besucht.
Kommilitonen kamen von Kos und überredeten ihn mit ihnen auf ihre Insel zu kommen.

Das ist auch schon etwas länger her, man schrieb das Jahr 1995.
1996 traf ich dann auf Sotiris, als er in der damals angesagtesten Kneipe auf Kos arbeitete. In der Jazz Opera, dem  “Inn Treff”. Ich erstarre heute noch in Ehrfurcht, wenn ich daran zurückdenke, wie er damals in der stets überfüllten Mini Kneipe die Getränke mit dem Tablett über tanzende und taumelnde Partygästen hinweg jonglierte. Danach arbeitete er im ersten Internet Cafe auf der Insel. Das war damals ein richtiges Highlight.

2004 dann die Eröffnung der Taverne Elia.  Das alte Steinhaus mit dem schönen Hintergarten ist schon aufgrund der Lokalität ein Besuch wert. Bei Griechen war das Restaurant von Anfang an sehr beliebt, es dauerte nicht lang, bis auch die Touristen das Elia für sich entdeckten.
Seitdem gehört die Taverne zum Stadtbild von und hat sich gut etabliert.

Sotiris behauptet zwar, die Küche wäre traditionell griechisch, aber was weiß der schon 😉
Bei traditioneller griechischer Küche denken wir an Souvlaki und Tzatziki, das gibt es zwar auch, aber die meisten Gerichte sind dann doch etwas raffinierter.

Bei meinen Fleisch essenden Freunden ist die gebratene Leber und das besoffene Hühnchen sehr beliebt.
Ich liebe alles vegetarische auf der Karte und da gibt einiges an Auswahl.
Besonders zu empfehlen Fava (kichererbsenähnliches Püree) und die Zucchini Puffer.

Neben dem Essen gibt es im Elia noch eine weitere Delikatesse, allerdings in flüssiger Form:
Den Rakomelo.
Das ist Raki mit Honig und verschiedenen Gewürzen wie mit Zimt versetzt. Weihnachtsgefühle unter der griechischen Sonne, Sotiris machts möglich.
Falls ihr euch nicht mehr an den Namen des Schnäpschens erinnern könnt, sagt ihm einfach, dass ihr den Schnaps möchtet, den Anja so gerne trinkt. Er weiß Bescheid 🙂
Ich freue mich immer auf den kleinen Schwatz mit Sotiris inklusive Rakomelo nach dem Essen.
Im Winter werden die Gespräche länger und ausführlicher, wenn bei mir dann nicht um 6.00 Uhr morgens der Wecker klingelt.
Der Garten ist dann geschlossen, aber bei verregneten und trüben Abenden gibt es für mich nix Gemütlicheres. Dann passt der Rakomela auch jahreszeitlich ins Programm 😉

 

 

The traditional house of Kefalos

Kefalos ist ja für uns, aus Kos Stadt, schon ne halbe Weltreise von entfernt. Somit sind meine Besuche dort auch eher selten 😉
Schon letztes Jahr gab es direkt an der Hauptstraße das traditional house of Kefalos. Es wurde eröffnet um Schulklassen das traditionelle Leben der Insel anschaulich zu erklären und zu zeigen. Dieses Jahr kam dann noch ein Kafenion dazu und für mich somit höchste Zeit, dass ganze zu besichtigen:

Michalis & Anna

Vom Besitzer des Hauses wurden wir sehr nett empfangen. Bei einer gekühlten Erdbeer Limo erzählte uns der Besitzer Michalis vom Ursprung des traditional House of Kefalos.

erbeerlimoMichalis ist ein Freund des traditionellen Gedankengutes. Er hat kein Problem mit der Technik, allerdings findet er, dass wir es mit der Technik übertreiben. Seiner Meinung findet der Fortschritt zu schnell statt. Wer stimmt ihm da nicht zu?

Mit der Eröffnung des Kafenions kam nun noch ein weiterer wichtiger Teil des alten traditionellen Lebens der Koer dazu.
Ein kleines Kaffee, was früher ausschließlich von Männern besucht wurde. Auch heute sieht man noch in einigen Kaffeehäusern, oft nur die männliche Gesellschaft sitzen, beim Kaffee oder Ouzo. Im traditional House in Kefalos dürfen natürlich auch Frauen verweilen 😉

Allerdings werden wir das Kafenion erst im Winter testen 😉  Der Garten ist viel zu schön um drinnen zu sitzen.
Wir ließen uns draußen im Schatten von Weinreben unsere Limo schmecken, dazu bekamen wir eigene Trauben und selbstgbackenen Kuchen serviert.

Anna, die Frau von Michalis, gesellte sich zu uns und zeigte uns den eigenen Garten. Sie erzählte, dass sie jeden Tag frisch kocht. Samstags backt Anna im ursprünglichem Brot Ofen und auf dem offenen Grill bereitet sie das Essen für sonntags vor.

Ein Anruf genügt und Anna kocht auf Wunsch für kleine Gruppen (selbstverständlich auch vegetarisch, was mir natürlich sehr entgegen kommt 😉  Natürlich  gibt es bei einem Besuch kleine hausgemachte Leckereien,  selbstgemachte Granatapfel Limo und selbst gesammelten Bergtee.

Es gibt ja neben der Windmühle in Antimahia schon seit vielen Jahren ein traditionelles Haus. Allerdings muss ich gestehen, dass mir das Traditional house of  Kefalos besser gefiel. Es handelt es sich tatsächlich um das Haus von Michalis Eltern, welches er mit seiner Ehefrau Anna liebevoll und originalgetreu renoviert hat.

The traditional House of Kefalos findest Du auf der Hauptstraße gegenüber vom Lagada Strand zwischen Antimahia und Kefalos. Eigentlich nicht zu übersehen.  Es ist täglich geöffnet und eine Führung durch die Anlage inklusive dem kleinen Haus kostet 1,50 €

Orea Ellas- bei Christina zu Gast

Christina- eine ganz besondere Frau

 

In meinem Artikel über Granny`s Home habe ich ja schon angekündigt, dass es in absehbarer einen Artikel über Christina und ihr Café  Orea Ellas- das schöne Griechenland gibt.

Christina ist Belgierin, spricht perfekt deutsch, und ich kenne sie schon fast so lange wie ich auf der Insel bin.

Sie selbst ist seit 1985 auf der Insel und hat damals schon begonnen ihre Geschäftsidee zu verwirklichen. Sie begann 1992 mit einem Antiquitäten Geschäft. Von verlassenen Häusern sammelte und kaufte sie Inventar, Geschirr und Schmuck. 1995 kam dann das Café dazu, und seit damals kenne ich Christina, – ein Unikat, wie ich finde,  und von Klaus Boetig zurecht bei den Persönlichkeiten der Insel im Kos Dumont Reiseführer gelistet.

Es gibt ja die berühmte Frage, was war zuerst da Huhn oder Ei?
Auf Christina ausgerichtet heißt es: Erst die tiefe Stimme oder die Zigaretten? 😉 Beides sind zwei Markenzeichen. Wie auch ihr herzliches Lachen.
Sie ist eine begnadete Malerin und Künstlerin.

Die Leidenschaft für alte Lampen und Kerzenleuchter teilen wir, und ich habe einige Schmuckstücke von Christina zuhause.

Zimmer mit allerlei Antiquitäten.

Wir haben Ende der Neunziger viele gemeinsame Abende verbracht, – dann haben wir uns einige Jahre aus den Augen verloren. Aus privaten Gründen war das Café einige Jahre Anfang 2000 geschlossen,  was ich aber kaum mitbekommen habe. Zu sehr war ich mit Kindererziehung und dem Job beschäftigt.

Meine Besuche in den letzten Jahren im Café waren selten, aber wir wurden uns aber niemals fremd. Es gibt immer wieder was zu bequatschen und wir schwelgen gemeinsam in Erinnerungen.

Wir haben viel erlebt in unseren Jahren auf Kos und haben ein paar Falten mehr bekommen. Christinas Café ist durch den gewachsenen Garten allerdings noch schöner geworden (wie wir auch 😉 )  und die einzigartige Atmosphäre zwischen Kunst und Natur ist gleich geblieben.

Die Appartments

Schon seit einigen Jahren gehören zu dem tollen Anwesen auch ein paar sehr Stil, – und geschmackvolle Apartments. Natürlich von Christina selbst entworfen und eingerichtet.

Bei meinem Besuch für diesen Blog Beitrag fand ich so viele schöne Foto Motive, –
Und war sehr froh darüber, dass ich die Fotos nicht erst zum Entwickeln geben muss 😉

Im Orea Ellas kannst du ein paar Kleinigkeiten essen oder einfach bei einem Glas Wein oder hausgemachter Limonade die Seele baumeln lassen. Plane noch etwas mehr Zeit ein um die Antiquitäten und selbst gemalten Ikonen zu bestaunen, und dich von der Ambiente verzaubern zu lassen.

Christina hat täglich außer donnerstags geöffnet. Grüße sie schön von mir!

Holzschild, Granny`s home

Granny`s Home – noch ein Geheimtipp

Wo findet man Granny`s Home?  Lagoudi, eigentlich ein recht unspektakuläres Dörfchen, aber gerade weil es es so “nicht sehenswert” ist, einen Abstecher wert. Beschaulich und weit weg vom Massentourismus, die  Einwohnerzahl beträgt 35 🙂

Neben Granny`s Home gibt es eine kleine Kirche sowie Christina mit ihrem Art Café (Blog Artikel erfolgt in Kürze). Ansonsten findet man noch einige traditionell kleine Häuser mit blau – weißen Fassaden. Dazwischen einige Steinhäuser und viel Natur.

Granny`s Home liegt direkt an der Straße zwischen Lagoudi und Amaniou und ist eigentlich nicht zu verfehlen. Umgeben von Sonnenblumen, sitzt man auf einer gemütlichen Terrasse mit tollem Blick übers Meer.

Obwohl schon letztes Jahr eröffnet, habe ich dieses Jahr, dank meiner Freunde, endlich die Gelegenheit gehabt Granny`s Home nicht nur auf Social Media Kanälen zu besuchen.
Der Service ist sehr aufmerksam und freundlich und das Essen mega lecker.
Die Gerichte sind traditionell und raffiniert zubereitet.

Nach dem Essen machte ich mich auf die Suche nach unserer netten Bedienung um ihr einige Fragen über diese so schöne Lokalität zu stellen.
Eirini gab mir bereitwillig Auskunft und Infos. Rundum eine sehr schöne Familiengeschichte:
Das Haus wurde zum Anlass von Eirini Uromas Hochzeit im Jahre 1928 gebaut. Und zwar von deren Brüder.  Eine Generation später wurde es an die Oma zu deren Hochzeit weitervererbt.

Auch die Oma hat damals beireits ein Zimmer als Café umfunktioniert. Besucher und Bewohner des Dorfes hat man mit frischen Fleisch, von der Jagd in den Bergen, bewirtet.
Hier verbrachte auch die Mutter von Eirini,  ihr Name ist Fani, und ihren 5 Geschwistern die Kindheit.

1978 ging allerdings die Oma nach Nissyros und seitdem stand das Haus leer und wurde von der Familie nur für spezielle Anlässe genutzt.  Es gab viele erfolglose Überredungskünste von Seiten der Familie und Mutter. Aber erst letztes Jahr hat sich endlich Eirini überreden lassen, das Haus zu renovieren und somit Granny`s Home zu neuem Leben erweckt.
Es ist in fester Familien Hand in neuer Generation: Es gehört der Tante, die aber in den Staaten lebt. Mama Fani kocht,  Eirini und Maria sind im Service.
Ein sehr idyllisches und flauschiges Plätzchen zum Frühstück oder Mittagessen.
Aber auch wer dem Trubel zum Sonnenuntergang in Zia entgehen möchte, hat hier definitiv eine ruhige und romantische Alternative gefunden.

Sonnenuntergang von grannyshome

 

Shopping in der Altstadt – φτου me

Shopping auf Kos, – immer wieder ein Thema. Ich selber bin mir auch nicht immer schlüssig, ob Kos gut zum Shoppen ist oder eben nicht.
Zusammengefasst: Es ist besser als noch vor einigen Jahren, es ist kein Einkaufsparadies aber das Angebot der Größe der Insel angepasst.
Souvenir Geschäfte gibt es reichlich. Auch Schuhe bekommt man (eher frau) zu einem sehr humanen Preis.

Noch vor einigen Jahren gab es in Kos Stadt fast ausschließlich Geschäfte, die alle das gleiche Warensortiment hatten. Hatte man eins gesehen, kannte man alle.
Das Bild zeichnet sich zwar heute auch noch ab, aber es gibt inzwischen auch einige Läden, die sich von der Masse abheben, und ihr individuelles Angebot haben.
Dazu gehört auch Maria, über die ich schon berichtete.

Und dann gibt es noch eine ganz besondere Lady in der Altstadt: Sonia.

Es ist ca. 6 Jahre her, als wir für unseren damaligen Arbeitgeber aufgrund besonderer Anlässe, viele kleine Ouzo Flaschen oder sonstige Leckereien von Kos einkaufen sollten. Bei der Recherche in unzähligen Läden und meist recht desinteressierter Beratung des Verkaufspersonals, endeten wir im “Taste and Nature”  in Kos Stadt bei Sonia. Sie war die einzige, die sich Zeit nahm und mit ihrer liebenswerten Art bei uns Eindruck hinterließ.  Damals verkaufte Sonia noch griechische Naturkosmetik und griechische Spezialitäten.
So wird Sonia auch  immer die Adresse meiner Wahl, wenn ich nach Mitbringsel für Familie und Freunde suche. Die beste Freundin entdeckte dort bei einem Besuch die Handcreme, die sich über die Jahre als Lieblings Creme entpuppte.

Seit nun 2 Jahren hat Sonia allerdings ihr Sortiment geändert und auch den Namen.

 

Aus “taste & nature” wurde “φτου me”

Geblieben ist die Naturkosmetik und die Herzlichkeit  von Sonia. Dazu gekommen sind schöne Klamotten aus Leinen und Baumwolle aus griechischer Produktion. Papierbügel aus Pappe machen die Kleider Auswahl noch ansprechender (zumindest für mich)

Die Mama von Sonia hat etwas unterhalb in der Altstadt immer noch einen “Taste & Nature” Shop. Hier findet man nach wie vor eine große Auswahl an griechischen Leckereien wie Honig, Ouzo, und Olivenöl.

Die überaus sympatische Art liegt wohl in den Genen und ich fühle mich bei Mama und Tochter immer gut aufgehoben. Wahrscheinlich ein Hauptgrund, dass es die Beiden Jahrzehnte geschafft haben mit ihrem Business zu überleben. In der Altstadt bestehen die wenigsten Geschäfte auf Dauer und ich freue mich sehr für die beiden, -denn sie haben es wirklich verdient.

Beide Geschäfte sind in der Altstadt zu finden.
“Taste & Nature” im unteren Teil der Altstadt Ηφαίστου 25,
“φτου me” im oberen Teil der Altstadt, in einer kleinen Seitenstraße auf der Ecke beim Kantouni Café.

 

Holtzschild mit Strandangabe

Dolphin Bay – (fast noch) ein Geheimtipp

Mastihari ist ja mein persönlicher Lieblingsort, für mich der Küstenort mit am meisten Flair.
Aber Dolphin Bay gehört eigentlich zu gar keinem Ort, sondern liegt in der Einöde mitten in der Pampa.

Eigentlich nicht schwer zu finden, wenn man weiß wo es ist:

https://goo.gl/maps/YqV8CBh223x

Idyllischer geht es fast nicht mehr, und eigentlich war das Dolphin Bay so wie es heute ist gar nicht geplant:

In den Achtziger hat Dimitris das Land gekauft, um darauf ein kleines chices Hotel zu bauen.
Leider hat ihm die griechische Bürokratie einen Strich durch die Rechnung gemacht und ihm aus unerfindlichen Gründen keine Baugenehmigung erteilt.
Frustriert eröffnete er eine Bar, die er aber nach ein paar Jahren wieder aufgab. Viele Jahre verbrachte Dimitris dann in Thessalonki bevor er 2012 wieder nach Kos zurückkehrte.

Das Dolphin Bay war in desolatem Zustand, die Einrichtungen mutwillig zerstört oder nicht mehr vorhanden. Selbst die Toiletten gab es nicht mehr.
Trotzdem wagte er mit seinem Bruder einen Neustart.
Mit viel Arbeit und wenig finanziellen Mitteln wurde die Taverne 2014 neu eröffnet.

Abgesehen von der Lage der Taverne sind die Brüder Dimitris und Christos erwähnenswert:
Zwei richtige Unikate- wenn ihr dort seid, werdet ihr verstehen was ich meine 😉
Sie sind beide sehr herzlich und man könnte sich keine anderen Besitzer in der “gechillten” Atmosphäre vorstellen.

Wenn gerade viel los ist, darf man gerne selbst auf dem Bestellblock notieren was man essen möchte. Der Garten mit frischem Gemüse liegt direkt neben der Taverne und somit
wurde mir “meine” frisch geerntente Zucchini oft genug noch kurz vorgestellt, bevor sie auf dem Grill landete.

Klaus Boetig schreibt im Dumont Reiseführer zum Dolphin Bay, dass es dort den besten Mojito auf der Insel gibt.
Was soll ich sagen er hat recht 😉  -Auch der Mojito wird mit gartenfrischer Minze und Zitronen zubereitet.

Hierzu auch noch eine kleine Anekdote:
Bei meinem letzten Besuch überhörte ich wie Dimitri einer englischen Dame erklärte, dass die Deutschen sagen, dass dieser Mojito der beste der Insel sei.

mojito im dolphin bay in Kos

 

 

 

 

 

 

 

Er wüsste auch nicht warum die das sagen 😉  Ich hatte keine Möglichkeit mehr ihm mitzuteilen, dass er im deutschen Reiseführer steht.  So wundert er sich wahrscheinlich weiterhin, warum die Deutschen immer Mojito bei ihm trinken 😉 Dieses Jahr gibt es noch eine Beach Bar dazu: Da der Kellner- auch ein Unikat 😉

neue beach bar vom dolphin bay Die Sonnenuntergänge im Dolphin traumhaft, aber auch tagsüber an Idylle nicht zu übertreffen.

sonnenuntergang im dolphin bay in Mastihari

Für mich mit gehört Palio Pyli und Dolphin Bay zu den schönsten Plätzchen der Insel um ein paar schöne Stündchen Ruhe und Beschaulichkeit zu genießen.

Aussicht in Haihoutes

Das verlassene Dorf Haihoutes

Haihoutes kennt ihr vielleicht schon von meinen persönlichen Top 10! 

Ihr findet es auf dem Weg vom Asklepion nach Zia. Nur wenige Kilometer vor Zia seht ihr eine Abzweigung.

Der witzige Name stammt eventuell ab von der Haihoudes Familie, den ersten Bewohner des verlassenen Dorfes. Haihout heißt Armenier.  Viele der Armenier haben sich während der türkischen Besetzung dort niedergelassen. 1821 gab es hier ungefähr 35 Häuser umgeben von Oliven Hainen und Weinbergen.  Im 2. Weltkrieg flohen viele Einwohner von Kos Stadt nach Haihoutes. Die Einwohnerzahl vervielfachte sich.  Aufgrund dessen wurde eine Schule gegründet. 1959 gab es 40 Schüler, die in dem niedlichen, kleinen Dörfchen die Schulbank drückten.
In den 60er zogen allerdings viele der Bewohner, wegen der mangelnden Infrastruktur, wieder zurück in die Stadt. In den 80er war das Dörfchen schon fast komplett verlassen und im Jahre  2007 verließ der letzte Bewohner Haihoutes.

Was kam dann?

Bis 2012 war das Dorf unbewohnt und glich einer kleinen Geisterstadt. Bis Alexis und Maria kamen!  Alexis, ursprünglich aus Athen, hatte die Idee dem verlassenen Ort neues Leben einzuhauchen.
Erst war es der Einfall vom simplen Getränkeverkauf, der sich recht schnell zu der fixen Idee entwickelte, eine traditionelle Ouzerie zu eröffnen. Marias Verwandtschaft hatte noch etwas Land in Haihoutes und die Verwirklichung der Vision begann.
Es entstand zwar keine Ouzerie, aber ein nettes kleines Café/Taverne mit viel Liebe zum Detail und Ursprünglichkeit.

Haihoutes ist nicht an das lokale Stromnetz angeschlossen. Es wird alles mit eigener Solarenergie betrieben. Nicht unbedingt einfach, wenn man Gäste zu versorgen hat. Aber Alexis und Maria schlagen sich wacker. Inzwischen gilt Haihoutes unter den Einheimischen lange nicht mehr als Geheimtipp. Wir haben schon im 1. Jahr bei Alexis schöne Abende verbracht und ich freue mich sehr, dass es Haihoutes auch sechs Jahre später noch gibt.

Die Speisekarte ist klein, aber fein und lecker- die Ambiente auf der Insel einzigartig.
Es gibt übrigens auch ein kleines Ferienhäuschen  dort oben zu mieten.
Sehr schnuckelig und individuell.  Meine Tochter wollte sofort einziehen 😉

Es lohnt sich auch für ein paar schöne, skurrile Foto Motive vor den alten Ruinen ein paar Meter zur Kirche Ag. Dimitrios zu laufen. Ihr könnt in den Glockenturm hinauf gehen und die tolle Aussicht genießen. Wenn es nicht zu heiß ist lohnt sich auch die Mini Bergwanderung.

Das Café ist (außer montags) täglich von 09.00 bis spät abends geöffnet.

Freitags ab 21.30 Uhr und Sonntags ab 20.00 gibt es Live Musik.
Die Angaben sind griechische Zeitangaben und können sich etwas nach hinten verschieben. 😉

 

 

Mylotopi in Kefalos

Manchmal denke ich ja, bald gehen mir die Themen für den Blog aus, aber dann gibt es doch immer wieder neue Dinge zu entdecken: so auch nun Mylotopi in Kefalos.
Ich lebe ja in Kos Stadt und für jeden Koer ist es eine halbe Weltreise von Kos Stadt nach Kefalos zu “reisen”.
Das ist soweit, dass man sich fast ein Vesper einpacken muss oder zumindest ein Zwischenstopp einlegen sollte 😉
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