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Kos ist doch überschwemmt von Flüchtlingen, oder doch nicht?

Flüchtlinge, Jacke am Strand

Last Updated on

*aktualisiert April 2o20

Flüchtlinge auf Kos

Kos, eine kleine und doch vielfältige griechische Insel inmitten der Ägäis, umgeben vom türkischen Festland und weiteren griechischen Inseln:
Und genau diese zentrale Lage machte Kos 2015 weltweit bekannt und hatte verheerende Ausmaße.
Durch die Nähe zur türkischen Küste war Kos die 1. Station der Flüchtlinge, die mit Schlauchbooten von Bodrum hier ankamen, um von hier aus in Richtung Nordeuropa weiterzuziehen. 2015 kamen unerwartet und fast täglich Hunderte von Flüchtlingen an.
Die Insel war mit diesem Flüchtlingsstrom völlig überfordert und hatte keine Unterkunftsmöglichkeiten. So campierten in Kos Stadt am Ufer die Emigranten in kleinen Zelten oder schliefen ohne Schutz auf den Bürgersteigen.

Die Bilder gingen damals um die Welt. Dazu kamen viele negativen Presseberichte (die entsprachen meistens nicht mal der Wahrheit), hatten zur Folge, dass die Buchungen sehr einbrachen, und sich auch im Jahr 2016 Jahr noch nicht erholten, dabei wurde schon im Jahr 2015 ein Hot Spot im Bergdorf Pyli errichtet.

Viele europäische Organisationen haben aktive Hilfe geleistet.
Es gab Lager für Kleider- und Sachspenden und dafür gesorgt, dass die neu ankommenden Flüchtlinge versorgt werden. Viele Einheimische haben sie bei ihrer Arbeit unterstützt: Kleider sortiert, gekocht, Spielsachen gespendet, bei Behördengängen und Arztbesuchen begleitet.

Der Hot Spot liegt in den Bergen, außerhalb des Dörfchens Pyli. In der Nähe gibt es keinerlei touristische Einrichtungen. Man kann nur hoffen, dass in der Sommersaison 2017 wieder mehr Touristen auf die Insel kommen und sich die wirtschaftliche Lage der Insel erholt.
Gründe, warum man seinen Urlaub auf Kos stornieren sollte, erschließen sich mir definitiv nicht.

Update 2019:

Es gibt immer noch den Hotspot in Pyli, wo die Flüchtlinge untergebracht werden. Leider kann man von außen nicht erkennen, wie sie dort untergebracht sind. Der Hot Spot ist bewacht und fotografieren ist strengstens verboten. In den letzten zwei Jahren ist  die Anzahl der Flüchtlinge stets gestiegen. Der Hot Spot bietet Platz für ca. 1000 Menschen, ca. 6000 sind auf der Insel. Die EU Politik hat auch zwei Jahre später keine Lösung.
Die Kriminalität hat sich auf der Insel durch die Flüchtlinge nicht erhöht. Außer in der Nähe des Hotspots, und im Bergdorf Pyli sieht man kaum Einwanderer. Manchmal sieht man sie mit Fahrrad oder zu Fuß an der Hauptstraße in Grüppchen-
Mein Arbeitsweg führt mich täglich durch Pyli. Sie begegnen mir stets freundlich: winken und grüßen.

Update 2020:
Seit Öffnung der Grenzen in der Türkei Anfang März sind ca. 230 neue Flüchtlinge auf Kos angekommen. Mit Beginn der Corona Krise wurden sie nach Athen gebracht. Seitdem sind keine neue Emigranten angekommen. Auf dem Hot Spot gibt es inzwischen zwei Container, um die Möglichkeit zu haben, die Corona Infizierte zu separieren und unter Quarantäne zu stellen.
Bis jetzt gab es nur einen Corona Fall auf der Insel, aber nicht im Flüchtlingslager.
Es handelte sich um einen Einheimischen, der Anfang März von Athen zurück kam.

Neuigkeiten zur aktuellen Situation liefert die neue Facebook Seite von Flying Help Kos
oder auf der generellen Flying Help Seite.

 

 

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